„Unterirdischer Zoo“ in Osnabrück: Fledermausgrotte jetzt eröffnet

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Fledermausgrotte Zoo Osnabrück eröffnet
Bildquelle: Zoo Osnabrück, Hanna Rickert

Nach rund neun Monaten Umbauarbeiten ist es soweit: Im „Unterirdischen Zoo“ des Zoo Osnabrück sind Fledermäuse eingezogen. Nun leben 47 Spitzmaus-Langzüngler am Schölerberg.

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Im blauen Schimmer einer Mondlicht-Lampe flattern seit Kurzem 47 Fledermäuse der Art „Spitzmaus-Langzüngler“ durch den hinteren Bereich des „Unterirdischen Zoos“ – dank einer 10.000 Euro Spende der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und der Volksbank Osnabrück eG. Die VR-Stiftung übernahm dabei den Anteil von 9.000 Euro und die Volksbank Osnabrück eG rundete auf 10.000 Euro auf. „Wir sind sehr dankbar für diese Spende. Da wir uns so gut wie selbst über Eintrittsgelder, Spenden und Sponsoring finanzieren, sind wir auf derartige Spenden angewiesen, um uns weiterentwickeln und neue Angebote schaffen zu können. So können wir Projekte wie dieses überhaupt erst umsetzen“, erklärt Zoogeschäftsführer Andreas Busemann.

Mondlicht für die „Kolibris der Nacht“

Der hintere Raum, der zur Fledermausgrotte umgebaut wurde, war ursprünglich als Ausstellungsbereich konzipiert. „Dieser Bereich eignet sich perfekt als Fledermausgrotte und so entschieden wir uns, ihn umzubauen“, so der projektverantwortliche wissenschaftliche Mitarbeiter Tobias Klumpe. Der Raum wurde imprägniert, sodass die Wände schmutz- und wasserabweisend sind. „Das war nötig, weil wir eine Bewässerungs- und Betröpfelungsanlage installieren mussten, denn Spitzmaus-Langzüngler haben ganz besondere Bedürfnisse: Sie benötigen eine Raumtemperatur von 23 Grad Celsius und mindestens 75 Prozent Luftfeuchtigkeit“, erklärt der Biologe und gelernte Tierpfleger. Zudem installierten die Zoo-Handwerker lokale Wärmeplatten und Schlafboxen für die Fledermäuse.

Besondere Lampen simulieren mit blauem Lichtschein tagsüber eine Mondphase. Somit ist der Tag-Nachtrhythmus dem tatsächlichen entgegengesetzt und Besucher können die nachtaktiven Säugetiere aus Mittel- und Südamerika tagsüber erleben. „Den Fledermäusen macht der geänderte Rhythmus nichts aus, sie gewöhnen sich sehr schnell daran“, so Klumpe. „Ein besonderes Highlight sind die Futterstellen, die man von der großen Panoramascheibe aus toll im Blick hat – dort ist sogar eine Sitzgelegenheit für Besucher angebracht. Wenn man von dort aus die Futterstelle beobachtet, kann man sehen, dass die Fledermäuse wie Kolibris flatternd den Nektar aufsaugen und schon nach wenigen Sekunden weiterfliegen.“ An diesen Futterstellen werden ihnen insgesamt vier verschiedene Futterlösungen angeboten: pures Honigwasser sowie Honigwasser mit Säuglingsnahrung, Pollen und Nektar.

Mit ihren langen Schnauzen und Zungen saugen die Spitzmaus-Langzüngler diese Futterlösungen aus den Futterspendern. Die Unterart der Blütenfledermäuse ist neben Osnabrück in nur fünf weiteren Zoos vertreten. „Wir haben uns daher für die Spitzmaus-Langzüngler entschieden, denn so können wir die Kollegen in den anderen Zoos bei der gemeinsamen Zucht und Haltung unterstützen“, erklärt der Biologe.

Spitzmaus-Langzüngler gehören zur Familie der Blattnasen, zur Unterfamilie der Blütenfledermäuse und zur Gattung der Glossophaga. Es gibt fünf verschiedene Arten innerhalb dieser Gattung.

Spitzmaus-Langnasen sind zwischen Mexiko und Argentinien beheimatet und werden nur rund 48 bis 65 Millimeter groß. Nach einer Tragzeit von mehreren Monaten gebären die Blütenfledermäuse kopfüber hängend ein Jungtier, das rund zwei Monate gesäugt wird. Blütenfledermäuse nehmen Blütennektar mit ihrer langen Zunge auf, die pinselförmige Papillen besitzt. Der Nektar wird so kapillar aufgesaugt. Weil sie wie Kolibris im Fliegen den Nektar aufnehmen, werden Blütenfledermäuse auch „Kolibris der Nacht“ genannt. Laut Weltnaturschutzorganisation IUCN gelten Spitzmaus-Langzüngler als nicht gefährdet.

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