Grusellabyrinth NRW in Bottrop – Erfahrungs-Bericht zum „Bann der Finsternis“ 2015

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Grusellabyrinth NRW - Eingang bei Nacht
Bildquelle: Thomas Frank, Parkerlebnis.de

Seit 2015 ist Deutschlands größtes Grusellabyrinth in Bottrop beheimatet. Was Besucher dort im „Bann der Finsternis“ erwartet und ob sich ein Besuch lohnt, klären wir im Erfahrungsbericht zum Grusellabyrinth NRW.

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Der über 30 Meter hohe Malakowturm der ehemaligen Schachtanlage der Zeche Prosper II in Bottrop ist schon von Weitem sichtbar. Zu seinem Fuß befindet sich ein gewaltiger Backsteinbau – die damalige Waschkaue. Wo sich Bergleute einst nach getaner Arbeit umkleideten, erstreckt sich heute auf 3.000 Quadratmetern Deutschlands größtes Grusellabyrinth.

Das historische Bauwerk strotzt nur so von Geschichte – und erzählt seit dem 13. Februar 2015 eine ganz neue: Das Grusellabyrinth NRW führt hier „Im Bann der Finsternis“ auf. Vor dem Eingang stimmt bereits ein imposanter, gut drei Meter hoher Brunnen mit Sensenmann-Figur auf das ein, was Besucher im Inneren erwarten soll.

Grusellabyrinth NRW Bottrop - Eingang

Hereinspaziert: Der Eingang des Grusellabyrinth NRW in Bottrop. (Foto: Parkerlebnis.de)

Das Gruselabenteuer selbst betretet ihr durch einen gigantischen Bilderrahmen, der geradewegs in die Villa der fiktiven Familie Rosenthal führt. Mit diesem Schritt betretet ihr auch im Kopf eine andere Welt und könnt euch vollkommen auf das einlassen, was vor euch liegt. Eine großartige Idee und ebenso gut umgesetzt.

Grusellabyrinth NRW - Villa Rosenthal

Durch den Bilderrahmen hindurch geht es in die Villa Rosenthal. (Foto: Parkerlebnis.de)

Die Suche nach Marie

Im Anwesen der Rosenthals trefft ihr auf den Butler, der vom Schicksal der Familie erzählt: Nachdem Frau Rosenthal nach langer Krankheit verstarb, wandten sich der Herr des Hauses und seine Tochter Marie an die Wahrsagerin Madame Lyuba, um mittels Traum-Séance Kontakt zur Mutter aufzunehmen. Doch bei dem Versuch ging Marie in der Traumwelt verloren; Lyuba und der Butler wollen nun mit Hilfe der Besucher auf die Suche nach ihr gehen. Doch Trauer und Verzweiflung von Marie haben eine Alptraumwelt erschaffen, in der ihr euch schließlich wiederfindet – “Im Bann der Finsternis”.

100 Minuten interaktives Theater zum Durchlaufen

Die Bezeichnung „Grusellabyrinth“ für die Attraktion in seiner Gesamtheit ist irreführend. Tatsächlich erwarten euch während des 100-minütigen Abenteuers lediglich drei Labyrinthe. Die restliche Zeit durchlauft ihr in vorgegebener Reihenfolge verschiedensten Kulissen, in denen mal die Geschichte von Darstellern erzählt wird (auch Lyuba und der Butler begleiten euch während eurer Reise durch die Traumwelt), mal ihr selbst Teil der Geschichte werden und Aufgaben lösen könnt. So verschlägt es euch in das Puppenzimmer der Marie, in eine tropfende Insektenhöhle oder die Manege eines wahnsinnigen Clowns. Ihr befindet euch quasi in einem interaktiven Theaterstück, bei dem nicht das Bühnenbild wechselt, sondern ihr selbst von Raum zu Raum wandert.

Grusellabyrinth NRW - Darsteller

Im Laufe der Geschichte lernt ihr die unterschiedlichsten Charaktere kennen. (Fotos: Parkerlebnis.de)

Einige dieser Räume sind tatsächlich durch Labyrinthe verbunden, drei an der Zahl. Einmal gilt es in absoluter Finsternis den Ausgang zu finden, dann werdet ihr in ein Spiegellabyrinth geschickt und schließlich vom Clown und seinen Schergen in einem Labyrinth festgehalten. Hierbei kommt es auch zu den wenigen Momenten des Erschreckens im Grusellabyrinth NRW, denn fast ausschließlich in den Labyrinthen sind Erschrecker unterwegs. In den restlichen Räumen überwiegen die Aufgaben und die Entwicklung der Geschichte.

Den Teilnehmern einer Gruppe steht es indes frei, sich an den Aufgaben zu beteiligen – etwa in einem Raum nach “Licht” zu suchen oder im weiteren Verlauf in einem schmierigen Brunnen zu fischen. Wer sich vollkommen auf die Geschichte einlässt, hat jedoch deutlich mehr Spaß an dem Abenteuer – und spornt die Darsteller gleichzeitig zu Höchstleistungen an. Diese sagen nämlich nicht nur stur ihren einstudierten Text auf, sondern reagieren durchaus auf die Teilnehmer und deren Verhalten.

Licht und Schatten im „Bann der Finsternis“

Allzu viel Spielraum bleibt den Darstellern allerdings nicht. Die gesamte Vorstellung ist zeitlich auf die Sekunde genau abgestimmt. So kann es schon mal vorkommen, dass eine Aufgabe vorzeitig abgebrochen werden muss, wenn sie die Teilnehmer nicht lösen konnten, damit die Gruppe pünktlich zum nächsten Abschnitt gelangen kann. Dem Verlauf der Geschichte tut das natürlich keinen Abbruch, jedoch mindert dies die Glaubwürdigkeit des Stückes merklich. Genau gegenteilig ist der Effekt in den Labyrinthen – hier werden die Besucher so lange durch die Gänge geschickt, bis Zeit für die nächste Sequenz ist.

Grusellabyrinth NRW - Räume

Die Räume des Grusellabyrinths sind abwechslungsreich gestaltet. (Foto: Parkerlebnis.de)

Erforderlich macht diese Vorgehensweise die hohe Kapazität des Grusellabyrinth NRW: Im Hochbetrieb kann alle zehn Minuten eine neue Gruppe die Villa Rosenthal betreten. Dank der verschiedenen Räume gibt es so mehrere parallele Vorführungen. Einzelne Darsteller springen dabei von Gruppe zu Gruppe; Schlüsselrollen wie der Butler und Lyuba sind jedoch mehrfach besetzt, sodass sie “ihre” Gruppe jeweils von Anfang bis Ende begleiten können.

Mit der Vielzahl an Gruppen, die sich zeitgleich im Grusellabyrinth befinden können – jeweils mit bis zu 25 Personen – geht auch ein akustisches Problem einher: Die Wände der Attraktion sind teilweise so dünn, dass man die Schreie von Gruppen in den Labyrinthen oder gar Stimmen von Darstellern in anderen Räumen hört. Auch die Gruppengröße selbst stört zuweilen die Gruselerfahrung, denn je mehr Personen durch die Attraktion geschickt werden, desto weniger wird jede einzelne einbezogen und von Erschreckern in den Labyrinthen überrascht.

Im Anschluss ein kleiner Einblick in das Grusellabyrinth NRW in bewegten Bildern:

Grusellabyrinth NRW – Bewertung

Eine pauschale Bewertung des Grusellabyrinth NRW ist nicht möglich, kommt es doch stark darauf an, mit welcher Erwartung man die Attraktion betritt. Wer eine Horror-Attraktion erwartet, wie sie viele Freizeitparks zur Halloween-Zeit präsentieren, wird bitter enttäuscht. Blut und Splatter-Effekte sucht man hier vergebens; Erschrecker lauern nur hinter den wenigsten Ecken. Wer sich dagegen für gut eineinhalb Stunden in einer anderen Welt verlieren und ein atmosphärisches Erlebnis auf sich wirken lassen möchte, ist im Grusellabyrinth NRW bestens aufgehoben.

Dem Grusellabyrinth in Bottrop gelingt es mit viel Liebe zum Detail überzeugende Szenarien zu schaffen und den Besucher – wenn er sich denn darauf einlässt – tatsächlich in seinen Bann zu ziehen. Die teils imposanten Kulissen werden mit hervorragenden Licht- und Soundeffekten optimal in Szene gesetzt; allein die Musikuntermalung sorgt an mancher Stelle bereits für eine beklemmende Atmosphäre und jagt den einen oder anderen Schauer über den Rücken. Zu einer außergewöhnlichen Erfahrung machen den “Bann der Finsternis” aber besonders die Darsteller, die voll in ihren Rollen aufgehen.

Ein Blick in die Zukunft des Grusellabyrinths

„Im Bann der Finsternis“ wird nicht ewig in dieser Form im Bottroper Grusellabyrinth aufgeführt. Um Gästen einen Anreiz für weitere Besuche zu schaffen, will man das Angebot regelmäßig erweitern und verändern. Auch durch Zusatzattraktionen schafft man Abwechslung: Zu Halloween 2015 wurde etwa mehrere Wochen lang zusätzlich das Outdoor-Maze „Totem“ präsentiert, das Besucher gut 15 Minuten lang durch einen Wald schickte. An Ideen für die Zukunft mangelt es den Verantwortlichen nicht; hiervon habe man eine ganze Schublade voll und ständig werden es mehr.

Offenlegung: Der Besuch des Grusellabyrinth NRW wurde uns durch ein Angebot von Travador ermöglicht. Weitere Freizeitparkangebote von Travador findet ihr hier.

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