Interview: Roland Mack-Biograf Benno Stieber über den Europa-Park-Gründer

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Roland Mack Buch
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Der Europa-Park in Rust ist heute, nur knapp 40 Jahre nach seiner Eröffnung, der größte Freizeitpark Deutschlands – und in Familienbesitz. Wie sieht es hinter den Kulissen der Erfolgsgeschichte aus? Was treibt Roland Mack als Gründer und Geschäftsführer des Europa-Parks an? Benno Stieber hat ein Buch über den „Herr der Achterbahnen“ geschrieben – und wir ihm einige Fragen dazu gestellt.

Auf einer Fläche so groß wie 120 Fußballfelder bietet der Europa-Park inzwischen tausenden Menschen Arbeit und Millionen Besuchern jährlich zauberhafte Erlebnisse. In seinem Buch „Herr der Achterbahnen“ gibt Benno Stieber Einblicke in die Entstehungs- und Erfolgsgeschichte des Freizeitparks in Rust. Im April diesen Jahres wird das über 200 Seiten starke Werk erscheinen (jetzt bestellen!*). Wir haben uns vorab mit dem Autor unterhalten und bereits im Interview spannende Hintergrundinformationen zur Person Roland Mack, dessen Antrieb und Plänen für die Zukunft erhalten.

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Benno Stieber über Roland Mack: „Herr der Achterbahnen“. Die Biografie über den Europa-Park-Gründer erscheint im Verlag Herder.

Parkerlebnis.de: Herr Stieber, vielen Dank dafür, dass Sie sich Zeit für ein Interview mit uns nehmen. Ihr Buch „Roland Mack: Herr der Achterbahnen“ steht in den Startlöchern. Können Sie unseren Lesern kurz verraten, was sie davon erwarten dürfen?

Benno Stieber: Der Leser wirft einen tiefen Blick hinter die Kulissen des größten deutschen Freizeitparks. Ich habe über ein Jahr mit Roland Mack und allen Familienmitgliedern und vielen seiner Weggefährten gesprochen, Dokumente, Bücher und Presseartikel gesichtet. Aus diesem umfangreichen Material habe ich versucht ein möglichst facettenreiches Bild dieser ungewöhnlichen Erfolgsgeschichte zu zeichnen.

Wer sollte sich das Buch Ihrer Meinung nach zulegen und wer wird sich damit eher nicht anfreunden können?

Natürlich jeder Parkfan. Aber es ist kein Jubelbuch geworden. Wer so außergewöhnliches leistet, wie Roland Mack und seine Familie, der muss dafür auch auf Einiges verzichten. Auch diese Seite des Erfolgs kommt im Buch zur Sprache. Fans des Europa-Parks werden sicher einiges Neues erfahren, auch über den Familienbetrieb in Waldkirch, der ja schwere Krisen durchmachen musste. Wer allerdings Indiskretionen aus dem Familienleben erwartet, wird wahrscheinlich eher enttäuscht sein.

Was zeichnet Roland Mack als Gründer und Geschäftsführer ihrer Meinung aus, dass er den Europa-Park zum größten Freizeitpark im deutschsprachigen Raum entwickeln konnte?

Ich denke das Entscheidende ist diese ungeheure Ausdauer und auch der unbedingte Wille mit seinem Unternehmen an die Spitze zu kommen, das zeichnet Roland Mack aus. Dazu kommt etwas Spezielles, was ich noch bei keinem anderen Unternehmenschef so erlebt habe. Er ist wie einer seiner Freunde gesagt hat „ein Fragezeichen auf zwei Beinen“. Wen immer er trifft, fragt er nach seiner Meinung und erhält so viele Informationen, die er für sein Geschäft nutzt. Er hat sich über all die Jahre eine natürliche Neugier erhalten können. Das finde ich sehr bewundernswert.

Wie war die Arbeit mit ihm? Was ist Roland Mack für ein Mensch – wie würden Sie ihn charakterisieren?

Roland Mack ist sehr ehrlich – in jeder Hinsicht. Er sagt offen seine Meinung, auch wenn es weh tut. Das halte ich für eine echte Stärke. Ich hatte deshalb sehr ehrliche Gespräche mit ihm und keine Einschränkungen bei den Recherchen. Andererseits ist er es natürlich gewohnt, die Kontrolle über alle Prozesse zu behalten. Deshalb musste ich am Schluss durchaus darauf bestehen, dass ich als Autor Herr über das Manuskript bin. Aber auch das haben wir geklärt.

Gibt es etwas, das Sie besonders begeistert oder berührt hat? Welche Geschichte wird Ihnen im Kopf bleiben?

Das ist sicher das enge aber auch durchaus kontroverse Verhältnis zu seinem Vater. Die beiden haben ja bis zum Tod von Franz Mack den Park gemeinsam geführt und bis dahin hätte Roland Mack nichts ohne die Zustimmung seines Vaters entschieden. Das war durchaus mit harten Diskussionen verbunden. Und Franz Mack hat ganz offensichtlich die Leistung seines Sohnes anerkannt und war auch stolz auf ihn. Aber er hat es bis zu seinem Tod nicht geschafft, Roland Mack das auch zu sagen. Dieses fehlende Lob ist vielleicht bis heute die entscheidende Antriebsfeder für ihn. Er leidet bis heute darunter und gibt das auch offen zu. Sich dafür nicht zu schämen in seiner Position, finde ich sehr beeindruckend.

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, eine Biografie über Roland Mack zu schreiben?

Ich komme wie die Macks aus Waldkirch, bin dort aufgewachsen und war ungefähr als Vierjähriger das erste Mal im Park. Und seitdem unzählige Male. Es gibt Fotos von mir wie ich im Schlauchboot von den Delphinen gezogen werde und wie ich mit Kapitänsmütze am Steuerrad des Mississippi-Dampfers stehe. Der Park und wie er gewachsen ist, ist Teil meiner Kindheit. In den 90er Jahren bin ich dann zum Studium weggegangen und habe den Park etwas aus den Augen verloren. Als ich dann vor 10 Jahren als Wirtschaftskorrespondent in Karlsruhe angefangen habe, habe ich zwei größere Porträts über Roland Mack geschrieben. Damit gab es einen Zugang direkt zu ihm. Das waren genug Anknüpfungspunkte um ein Buch über einen so ungewöhnlichen Unternehmer anzugehen.

Und wie lange haben Sie daran gearbeitet?

Eineinhalb Jahre. Das erste Gespräch für das Buch habe ich mit Roland Mack im Herbst 2012 geführt.

Der Europa-Park ist nach fast 40 Jahren auf ein Unternehmen mit 3.600 Mitarbeitern in der Hauptsaison gewachsen und lockt jährlich inzwischen fast 5 Millionen Besucher an. Nach all den Einblicken, die Sie erhalten haben: Was denken Sie hat dazu geführt, dass der Europa-Park der größte Freizeitpark im deutschsprachigen Raum werden konnte? Er hatte schließlich viele Jahre Vorsprung anderer Parks aufzuholen.

Wenn ein Unternehmen einen so großen Erfolg hat, sind da natürlich auch viele glückliche Fügungen mit im Spiel. Das richtige Gelände zu finden, und die richtigen Mitarbeiter, wie etwa den Filmarchitekten Ulrich Damrau, der das Gesicht des Parks ganz entscheidend geprägt hat. Aber was wohl die wichtigste Weichenstellung war, die Franz und Roland Mack getroffen haben, das war, dass sie sich von Anfang an am übermächtigen Vorbild Disney orientiert haben, also an der Championsleague ihrer Branche. Der Europa-Park war von Anfang an als Themenpark gedacht und die Macks haben von Anfang an in allen Bereichen immer auf die höchst erreichbare Qualität gesetzt. Bei den Attraktionen, bei der Architektur, der Gastronomie und später den Hotels. Das ist bis heute ihr Erfolgsgeheimnis. Kombiniert mit der Europaidee ist daraus etwas ganz Eigenes entstanden. Und inzwischen erfährt Roland Mack dafür in der Branche auch weltweit Anerkennung.

Zum Schluss ein Blick in die Zukunft. Roland Mack gilt als Visionär mit großen Träumen. Auf was dürfen wir uns im Europa-Park in Zukunft freuen?

Das nächste große Projekt, das den Park in den kommenden Jahren noch mal zu einem anderen Unternehmen machen wird, das ist der Wasserpark, der bis 2017 auf 34 Hektar entstehen soll. Ich durfte schon einmal einen Blick in die noch geheimen Pläne werfen und muss sagen: Das ist selbst für den Europa-Park ein großer Schritt. Das weiß auch Roland Mack, deswegen hat er lange gezögert. Aber jetzt sind die Vorbereitungen angelaufen. Ich, aber vor allem auch mein siebenjähriger Sohn freuen sich sehr darauf.

Herzlichen Dank für das Interview!

Das Interview führte Thomas Frank für Parkerlebnis.de.

Benno Stieber lebt als freier Korrespondent in Karlsruhe. Er ist Autor bei Cicero, Brand eins und Merian. Mehrere seiner Wirtschaftsreportagen wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Roland Mack: Herr der Achterbahnen erscheint im Verlag Herder für 17,99 Euro. Unter Angabe der ISBN 978-3451307522 könnt ihr es im Buchhandel bestellen – oder online per Amazon*.

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