LEGOLAND Deutschland – Kündigungsprozess geht in nächste Instanz

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Legoland Deutschland
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Der Kündigungsprozess gegen den Legoland Betriebsratschef Nikolaus Lauter geht in die nächste Instanz. Das Betriebsratsgremium des Günzburger Freizeitparks hat seine Anwälte beauftragt, Beschwerde beim Landesarbeitsgericht München gegen den Beschluss des Arbeitsgerichts in Neu Ulm vom 02. Mai 2013 einzulegen.

Die Richter in Neu Ulm folgten der Argumentation der Parkleitung, dass ein Verdacht bestehe, Lauter habe einen Urlaubschein nicht abgegeben und sich selbst beurlaubt. Damit wurde ein Beschluss des Betriebsratsgremiums ersetzt: Es hatte sich gegen eine Kündigung ausgesprochen.

„Unserer Auffassung nach hat die Kammer in Neu Ulm den Hintergrund der Auseinandersetzung – nämlich den harten Tarifkonflikt – nicht hinreichend gewürdigt,“ kommentiert Tim Lubecki, Regionsgeschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Schwaben. Lubecki weiter: „Nikolaus Lauter ist nicht nur Betriebsrat, sondern auch ein engagierter Gewerkschafter. Die Kündigungsversuche gegen ihn begannen während einer Tarifauseinandersetzung unmittelbar nach dem Warnstreik im Oktober 2012. Das hat Gründe: Legoland gehört zur Merlin Entertainments Group. In keinem Merlin-Betrieb hierzulande – ob Sea Life Center oder Heide Park – gilt ein Tarifvertrag. Und wenn es nach Merlin geht, soll das augenscheinlich auch so bleiben: Die wollen keinen Tarifvertrag. Unserer Meinung nach geht die Parkleitung genau deshalb so hart gegen den Gewerkschafter Nikolaus Lauter vor. Das hätte das Gericht stärker berücksichtigen müssen. Wir lassen das vom Landesarbeitsgericht prüfen.“

Die Merlin-Gruppe – glänzende Bilanzen haben ihren Preis

Legoland gehört zur Merlin Entertainments Group. Im Jahr 2012 betrug die Umsatzrendite der Merlin-Group rund 24 Prozent. Das ist deutlich mehr als in der Pharmaindustrie und fast doppelt so hoch wie die Umsatzrendite namhafter bayerischer Automobilhersteller.

Merlin betreibt Freizeiteinrichtungen wie Sea Life, Madame Tussauds, Dungeon, Legoland Billund, Legoland Windsor, Heide Park in Soltau, Gardaland in Italien, The London Eye, Warwick Castle und die Legoland Discovery Center. Auch bei Hamburg Dungeon und bei Sea Life in Hannover fanden Warnstreiks statt – dort fordern die Gewerkschaftsmitglieder ebenfalls einen Tarifvertrag.

Auch die NGG-Mitglieder im Legoland fordern einen Tarifvertrag. Eckpunkte: Deutliche Anhebung der Einstiegslöhne und Lohngerechtigkeit in den oberen Lohngruppen. Der garantierte Grundlohn für eine Saisonkraft liegt derzeit bei 8 Euro brutto pro Stunde, für eine sogenannte 50-Tage-Kraft bei 7 Euro brutto. Die Parkleitung lehnt Tarifverhandlungen ab.

Nach dem ersten Warnstreik seit Bestehen des Freizeitparks im Oktober 2012 leitete sie drei fristlose Kündigungsverfahren gegen den Betriebsratsvorsitzenden ein.

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