Océade vor dem Aus: Schließung des Brüsseler Wasserparks 2017

Oceade Wasserpark - Rutschen
Bildquelle: Océade

Die „Nummer eins der Wasserrutschen“, wie sich der Océade selbst nennt, zählt jährlich etwa 250.000 Besucher. Doch das beliebte Ausflugsziel wird es bald nicht mehr geben. Der Wasserpark in Brüssel schließt Anfang 2017.

Nur noch gut zwei Monate lang können Besucher im Océade rutschen, toben und plantschen. Denn der Brüsseler Wasserpark kündigte am Donnerstag an, dass er voraussichtlich am 8. Januar 2017 seine Pforten für immer schließen wird. Grund für die Schließung ist eine im Rahmen des belgischen Renault-Gesetzes von der Stadt Brüssel beabsichtigte Restrukturierung des Familienparks Bruparck, zu dem auch Océade gehört. Der Wasserpark wurde 1988 eröffnet.

Die Abrissgenehmigung für den Wasserpark wurde bereits am 20. Oktober von der Stadt Brüssel verabschiedet. Wie die französischen Kollegen von Parcplaza.net berichten, will die Stadt Brüssel den Mietvertrag für Océade nicht weiter verlängern. Denn anstelle des Wasserparks soll nun auf dem Heysel-Plateau ein gewerblicher Großbau entstehen, für den allerdings noch keine Genehmigungen für den Nutzungsplan vorliegen. Das sogenannte Neo-Projekt soll nach Angaben der belgischen Informationswebseite „7sur7“ unter anderem ein 72.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum, hunderte Wohnungen sowie ein neues Freizeitzentrum umfassen.

Nicht nur Freunde von Wasserrutschen kamen in Océade auf ihre Kosten. (Foto: Océade)

Nicht nur Freunde von Wasserrutschen kamen in Océade auf ihre Kosten. (Foto: Océade)

Die Stadt Brüssel überlässt dem Wasserpark den Termin der endgültigen Schließung. Zur Auswahl stehen der 8. Januar 2017 und der 31. Januar 2019. Entscheidet sich Océade allerdings für den zweiten Termin, ist der Wasserpark zum Abriss des Gebäudes sowie zur Analyse und Behebung potentieller Schäden am Boden verpflichtet. Das Management von Océade schätzt daher, dass der Park bereits Mitte November 2017 geschlossen werden müsste, um die Frist zum 31. Januar 2019 einhalten zu können. Aufgrund dieser Sachlage hat sich der Wasserpark zur kurzfristigen Schließung am 8. Januar 2017 – also schon in gut zwei Monaten – entschieden.

Océade beschäftigt momentan 67 Arbeitnehmer – darunter 20 Mitarbeiter mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Zudem hatte der Wasserpark erst im vergangenen Jahr für rund 400.000 Euro renoviert. Doch neben den wirtschaftlichen Schäden des Abrisses verliert Brüssel nun auch ein beliebtes Ausflugsziel. Océade empfing im Jahr 2015 rund 250.000 Besucher und lag damit auf Platz drei der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Belgiens. Diese Popularität ist nicht unbegründet: Denn der Wasserpark verfügt über insgesamt 14 Wasserrutschen – darunter die schnellste Rutsche sowie die längste Rutsche Europas.

Océade Brüssel Schließung

Der Wasserpark Océade ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region rund um Brüssel. (Foto: Océade)

Das Management von Océade hatte lange Zeit auf eine vernünftige Lösung gehofft – es war unter anderem die Integration des Wasserparks in das Neo-Projekt im Gespräch. Der Vergnügungspark gab nun aber auf seiner Webseite bekannt, dass sich diese Pläne zerschlagen haben.

Bereits im Jahr 2012 wollte die Stadt Brüssel den Wasserpark sowie weitere Attraktionen des Bruparcks für den Bau eines großen Einkaufszentrums und Luxus-Immobilien abreißen. Doch dies konnte damals durch eine Petition, bei der Océade über 60.000 Stimmen für den Erhalt der Gebäude sammeln konnte, abgewendet werden.

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