„Orang-Utan Dschungeltempel“ im Zoo Osnabrück eröffnet

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Osnabrück Zoo Orang Utan Dschungeltempel Eröffnung
Bildquelle: Zoo Osnabrück, Lisa Josef

Etwas mehr als zwei Jahre dauerte der Umbau des Menschenaffenhauses im Zoo Osnabrück. Nun hat sich das Haus in eine asiatische Tempelruine verwandelt und den Bewohnern, zwei Orang-Utans und drei Weißwangenschopfgibbons, steht mehr Platz zur Verfügung. Am heutigen Samstag fand die große Eröffnungsfeier des „Orang-Utan Dschungeltempels“ statt.

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Die große „Wir für Buschi“-Spendenaktion machte es möglich: Im Juli 2015 starteten die Umbauarbeiten am Menschenaffenhaus im Zoo Osnabrück. „Unser Orang-Utan Buschi ist der wohl bekannteste Zoobewohner, schließlich wurde er 1971 im Zoo Osnabrück geboren und viele Zoobesucher kennen ihn seit ihrer Kindheit“, berichtete Zoopräsident Reinhard Sliwka bei der offiziellen Eröffnung am Samstag. „In den vergangenen Jahren konnten alle Buschi-Freunde bei der Spendenkampagne helfen, ihm ein größeres Zuhause zu ermöglichen und nun freuen wir uns wirklich sehr, dass den Orang-Utans Buschi und Astrid und den drei Weißwangenschopfgibbons drinnen und draußen so viel mehr Platz zur Verfügung steht.“ Über 500.000 Euro waren dank der Spendenaktion, die der Zoo gemeinsam mit der Neuen Osnabrücker Zeitung durchführte, zusammengekommen – ein Drittel der gesamten Bausumme. „Wir waren begeistert, wie viele Menschen sich daran beteiligt haben. Die Stiftung der Sparkasse Osnabrück und Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück haben gespendet, viele Unternehmenspartner des Zoos haben kreative Ideen umgesetzt, aber auch Schulklassen und Privatpersonen haben für Buschi gesammelt. Ohne sie hätten wir das größere Zuhause für Buschi nicht realisieren können, schließlich finanziert sich der Zoo Osnabrück so gut wie selbst“, bedankte sich Zoogeschäftsführer Andreas Busemann.

Niedersachsens Innenminister Pistorius lobt Engagement

Zur Eröffnung kam auch Boris Pistorius, Niedersachsens Innenminister. „Es ist toll, wie der Zoo Osnabrück es schafft, mit wenig kommunaler Förderung, aber mit kreativen Ideen, die Tierhaltung weiter zu verbessern. Als Osnabrücker kenne ich natürlich die Entwicklung des Zoos und es ist beeindruckend, was die Mannschaft hier leistet.“ Uwe Görtemöller, Bürgermeister der Stadt Osnabrück lobte das große Engagement aller Osnabrücker: „Wir Menschen hier in der Region lieben den Osnabrücker Zoo – es ist sozusagen unser aller Zoo. Und wir alle profitieren von ihm: als schönem Erholungsort, als Bildungsort oder aber auch als Arbeitgeber oder touristischem Leuchtturm, der Menschen in unsere Region holt.“ Der neue „Orang-Utan Dschungeltempel“ fügt sich nun als asiatische Tempelruine in die asiatische Tierwelt „Angkor Wat“ im Herzen des Zoos ein. Hier leben auch zwei Sumatra-Tiger im „Tigertempelgarten“ und Asiatische Schweinsaffen auf einem „Affentempel“.

Doch das Menschenaffenhaus wurde nicht nur äußerlich verwandelt, sondern so umgebaut, dass die dort lebenden Orang-Utans Astrid und Buschi sowie die drei Weißwangenschopfgibbons mehr Platz haben: Zu dem bisherigen Innenbereich haben die Orang-Utans einen weiteren großen geschlossenen Bereich erhalten. Dieser kann im Sommer durch große Flügeltüren zum benachbarten Außenbereich geöffnet werden und wird so zu einer Art Loggia. Der Außenbereich an sich wurde ebenfalls flächenmäßig vergrößert und die Wände auf sechs Meter erhöht, sodass Gibbons und Orangs nun auch in die Höhe sehr viel mehr Platz mit vielen Kletterseilen und Sitzpodesten auf unterschiedlichen Höhen haben. Bei einer Talkrunde im Rahmen der Eröffnungsfeier nennt Zoodirektor Prof. Michael Böer die genauen Zahlen: „Der Innenbereich der Orangs hat sich flächenmäßig fast verdreifacht und zwar von 93 Quadratmetern auf 234 Quadratmeter. Mit Blick auf das Raumvolumen hat sich der Innenbereich fast verfünffacht: 1.257 Kubikmeter statt 273. Der Außenbereich misst nun 358 Quadratmeter statt 302 und die Kubikmeteranzahl hat sich verdoppelt von 1059 auf 2155. Damit erfüllen wir nicht nur die neuesten Auflagen zur Haltung von Orangs entsprechend des Säugetiergutachtens, sondern gehen noch weit darüber hinaus.“ Das gesamte Haltungssystem bestehe aus neun miteinander verbindbaren oder trennbaren und ineinander verschachtelten Gehegearealen, was dem flexiblen Sozialverhalten der Orangs sehr entgegenkomme, da sie sowohl soziale als auch einzelgängerische solitäre Lebensphasen haben, erläutert Böer.

Tiere verfolgten Umbau

Während des Umbaus blieben die tierischen Bewohner vor Ort und die Handwerker bauten sozusagen um sie herum. Das war für die Tiere die bessere Alternative als ein Wechsel in einen anderen Zoo, wie Tierpfleger Detlef Niebler berichtete: „Ein Umzug in einen anderen Zoo hätte zu viele Veränderungen auf einmal bedeutet. Gerade Orang-Utan Buschi war noch nie woanders. Eine fremde Umgebung, andere Geräusche und andere Menschen – das wäre deutlich mehr Stress für ihn gewesen. Außerdem schaut er den Handwerkern gerne beim Arbeiten zu.“ Die Fachleute bauten nach und nach in vier Bauphasen die verschiedenen Außen- und Innenbereiche so um, dass die Tiere immer noch Gehegebereiche innen und außen nutzen konnten. Auch die Besucher profitieren von dem Umbau: Sie haben draußen nun die Möglichkeit Auge in Auge mit Orang-Utans und Gibbons zu stehen- nur getrennt durch eine Glasscheibe und nicht wie vorher räumlich stärker getrennt durch eine zusätzliche Hecke und Balustrade. Im Haus wurde ein 9 mal 4 Meter großes Glasdach eingebaut, sodass viel Tageslicht in den Dschungeltempel fällt. Außerdem wurden der Boden sowie die Sanitäranlagen erneuert und neue Pflanzen sollen bald für eine Dschungelatmosphäre sorgen. In gesonderten Terrarien sind zusätzlich „Untermieter“ eingezogen: Wandelnde Blätter und Stabschrecken.

500.000 Euro dank vieler Buschi Freunde

Insgesamt kostete der Umbau 1,5 Millionen Euro. 500.000 Euro davon kamen über die Spendenaktion „Wir für Buschi“ zusammen, die der Zoo gemeinsam mit der Neuen Osnabrücker Zeitung durchführte. Unternehmen, die bereits den Zoo unterstützen, führten dafür besondere Aktionen durch: So verkaufte das Modehaus L+T Weihnachtsschmuck für Buschi, die Bäckerei Brinkhege spendete den Erlös aus dem Berlinerverkauf zur Fastnachtzeit und in ausgewählten Kneipen gab es „Bier für Buschi“. Auch Kindergärten und Schulen beteiligten sich an der Spendenaktion, genauso wie die Sparkasse Osnabrück und die Stiftung der Sparkassen im Osnabrücker Land oder der Verkehrsverein Osnabrück. Die restliche Summe konnte der Zoo aus eigener Kraft stemmen. Die Fertigstellung des Baus hatte sich aus verschiedenen Gründen um ein Jahr verzögert, wie Zooinspektor Hans-Jürgen Schröder berichtete: „Die Konzeption der Anlage mit den verschiedenen Innen- und Außenbereichen bietet viele Möglichkeiten die Tiere zusammen oder getrennt und dennoch mit Rundlaufmöglichkeiten zu halten – zum Wohle der Tiere. Dafür die Schleusen, Durchgänge und Schieber zu planen und zu produzieren hat länger gedauert. Gleichzeitig sind die Gestaltungsarbeiten, damit die ‚Tempelruine‘ auch täuschend echt aussieht, sehr zeitintensiv und vom Wetter abhängig. Es darf nicht zu nass und zu kalt sein.“ Mit großer Liebe zum Detail haben die Handwerker des Zoos mit einem externen Gestalter das vermeintliche Mauerwerk gestaltet, Gesichtsskulpturen nach Vorlagen asiatischer Tempelanlagen entworfen sowie Reliefs, handgefertigt in Asien, eingearbeitet. Grundlage des Osnabrücker Dschungeltempels ist ein Modell des Gestalters Detlef Gehrs.

Zwei weitere Orang-Utans werden erwartet

Nachdem der neue Dschungeltempel fertig ist, können sich die rothaarigen Menschenaffen Astrid und Buschi nun in Ruhe einleben. „Buschi hat bereits Lieblingsplätze, von denen er Menschen und Umgebung genau beobachten kann. Er kann nun noch höher sitzen und weiter schauen – das gefällt ihm“, wie Tierpfleger Dirk Wieferich gesehen hat. Eine Gruppe Biologiestudenten der Universität Osnabrück hat die Orangs zurzeit fest im Blick, denn sie führen zur Eingewöhnung wissenschaftliche Untersuchungen durch. Anhand genau festgelegter Parameter beobachten sie, ob die Tiere bereits feste Tagesabläufe und Lieblingsplätze haben. Wenn es soweit ist, gilt die Eingewöhnungsphase als abgeschlossen. Dann werden zwei weitere Orang-Utans einziehen, wie Böer erklärt: „Der Zuchtbuchkoordinator für die Orangs in europäischen Zoos hat uns gebeten ein weiteres, neues Zuchtpärchen aufzunehmen. Wir haben genügend Platz und diese Tierart ist einfach so stark vom Aussterben bedroht, dass die Nachzucht enorm wichtig ist. Aufgrund dieser akuten Gefährdung haben wir dem zugestimmt.“ Zunächst wird ein Männchen aus dem ungarischen Zoo Sosto kommen, ein wenig später reist ein Weibchen aus dem niederländischen Zoo Appeldoorn nach Osnabrück. Die Eingewöhnungsphase der neuen Orang-Utans in Osnabrück begleitet zusätzlich ein Team der Evolutionspsychologie von der Freien Universität Berlin.

Neue Aktion für Löwen mit NOZ: Löwenmosaik

Zum offiziellen Ende der „Wir für Buschi“-Aktion verkündete der Medienpartner Neue Osnabrücker Zeitung seine Unterstützung für den Verein „Löwen für Löwen“. Mit dem Verein und speziellen Charity-Aktionen sammelt der Zoo zurzeit Geld für die Vergrößerung der Löwenanlage. „Wir unterstützen als großes Medienhaus gerne den Zoo bei dem neuen Anliegen, schließlich ist der Zoo ein Aushängeschild in der Region und als Ausflugsziel auch bei unseren Lesern äußerst beliebt“, berichtet Guido Hartstang, Marketingleiter bei der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Wie beim Projekt Buschi sind wir auch bei der Aktion ‚Löwen für Löwen‘ gerne Partner und unterstützen gerne in einer medialen Kooperation.“ Im Mittelpunkt steht eine tolle Charity-Foto-Aktion, bei der man Teil eines großen Löwenmosaikbildes bestehend aus eigenen Fotos werden kann. Das neue Projekt startet voraussichtlich im Oktober, bei der Eröffnung des Menschenaffenhauses konnten sich die Teilnehmer schon vom Foto-Partner Foto VIP für das Löwenmosaik fotografieren lassen.

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