Reiche umgehen Warteschlangen in Freizeitparks mit behinderten Begleitern

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Disneyland Paris Schloss ohne Besucher
Bildquelle: Disneyland Paris
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Gerade an herrlichen Sommertagen in den Schulferien können die Wartezeiten an beliebten Freizeitpark-Attraktionen mehrere Stunden betragen. Findige und reiche Freizeitpark-Besucher haben nun eine moralisch bedenkliche Möglichkeit entdeckt, diese zu umgehen: sie „mieten“ behinderte Begleiter.

Aus dem amerikanischen Freizeitpark Disney World erreicht uns über den Focus die Meldung von „Behinderten als Türöffner“. Reiche Familien Manhattans würden demnach keine Kosten scheuen, um die Wartezeiten im Freizeitpark zu umgehen. Für umgerechnet 100 Euro pro Stunde sollen sie Behinderte anstellen, die am Besuchstag ihren Begleiter darstellen – um mit ihm ohne Umwege oder Warten sofort in alle Attraktionen zu kommen.

Die behinderten Reisebegleiter werden dabei nicht etwa privat auserkoren. So soll es eine Firma geben, welche diese „Dienstleistung“ vermittelt. Offiziell spricht diese auf ihrer Homepage jedoch von „falschen Aussagen in der Presse.“

Freilich ist es moralisch mehr als bedenklich, wenn reiche Menschen die Beeinträchtigung Anderer zu ihren Gunsten ausnutzen. Sowohl gegenüber den brav wartenden, normalen Freizeitpark-Besuchern als auch gegenüber den Behinderten scheint das Vorgehen verwerflich. Jedoch gehören zu solch einem Geschäft immer zwei Parteien – jene, welche die Dienstleistung nutzen ebenso wie jene, welche sie anbieten.

Laut dem Sprecher von Disney World sei es „[…] inakzeptabel, die Vorteilsbehandlung auszunutzen, die […] für behinderte Menschen geschaffen“ wurden. Sollten sich die Vorwürfe nach Untersuchungen als wahr erweisen, würde dies Konsequenzen nach sich ziehen.

Wer ohne schlechtes Gewissen Wartezeiten überspringen und schneller mit Achterbahn & Co. fahren will, hat in den meisten Freizeitparks verschiedene Möglichkeiten. So bietet Disney World spezielle VIP-Touren und die meisten anderern Freizeitparks eine kostenpflichtige „Fast Lane“ oder „Speedy Pass“.

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