„Spreepark für alle“ – Bürgerinitiative will verlassenen Freizeitpark ersteigern

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Heute in einer Woche wird es ernst in Sachen Spreepark: Der Erbpachtvertrag des verlassenen Freizeitpark in Berlin wird zwangsversteigert (wir berichteten). Mitsteigern will auch die „Initiative Bürgerpark im Plänterwald“, um einen „nachhaltigen Freizeitpark“ mit kulturellen Veranstaltungen zu erschaffen. Finanziert werden sollen die Pläne durch Crowdfunding.

„Lasst uns den Plänterwald ersteigern“, war der erste Impuls von Doreen Butze, als sie von der Zwangsversteigerung des Erbpachtvertrages erfuhr. Die auf die Twitter in die Welt gesetzte Idee zog schnell weite Kreise. Begeistert wurden erste Treffen organisiert und am 24.06.2013 die „Initiative Bürgerpark im Plänterwald“ gegründet.

Die Bürgerinitiative will die Erinnerungen zum ehemaligen Freizeitpark aufleben lassen, mit anderen Organisationen zusammen arbeiten und einen öffentlichen Diskurs über partizipative Stadtentwicklung voran bringen.

Erinnerungen an den Spreepark für Ausstellung gesucht

Die „Initiative Bürgerpark im Plänterwald“ ruft die Berliner Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Erinnerungen, Andenken, alte Photos, Zeitungsausschnitte, Dokumente, … – aber auch ihre Wünsche, Träume, Ideen und Konzepte zum Spreepark im Plänterwald zusammen zu tragen und am kommenden Wochenede mitzubringen.

Die Ausstellung findet am Samstag und Sonntag, den 29. und 30. Juni jeweils ab 14:00 Uhr bis in den Abend auf dem Tempelhofer Feld im Pilotprojekt Arche Metropolis statt. Dort steht genügend Ausstellungsfläche und eine Reihe an Aufstellern zur Verfügung. Bei Live-Musik und Getränken auf Spendenbasis kann die Vergangenheit aufgerollt und gemeinsam für die Zukunft geplant werden.

Der neue Spreepark – Ideen der Initiative Bürgerpark im Plänterwald

„Unser Konzept ist in erster Linie der Dialog“, so Nils Sautter, der sich im Projektmanagement der Initiative engagiert und einen Diskurs zum Spreepark von Seiten des Senats vermisst.

Berliner und Interessierte sind eingeladen, an der Entwicklung des Konzepts und der Aufarbeitung der Geschichte mitzuwirken. Dafür trifft sich die Initiative aktuell fast täglich im Coworking-Büro Pulsraum und im Internet wurde die Plattform www.Plänti.de in das Leben gerufen.

Ein erstes rudimentäres Nutzungskonzept will vor allem den naturbelassenen Zustand weitgehend erhalten und wo möglich bzw. nötig, das Gelände nachhaltig bepflanzen und pflegen. Dabei kann auf die Konzepte des Projekts permakultur-zentrum-berlin.de zurück gegriffen werden, welches bereits 2007 Interesse am Spreepark öffentlich bekundigte.

Auch zum wirtschaftlichen bzw. kostendeckenden Betrieb hat sich die Initiative Gedanken gemacht und sieht einen nachhaltigen Freizeitpark vor, der sich zudem Bildung, Kunst & Kultur widmet. Dazu gehören unter anderem kleine Festivals, Handwerks- & Kunstmärkte, Arthouse (Open Air oder Kuppel-) Kino, Waldkindergärten, Spielplätze wie Hochseilparkour und muskelkraft-getriebene „Karussel-Kaffeetassen“… etc.

Die verschiedenen möglichen Ersteigerungs-Szenarien wurden analysiert, um Empfehlungen an die Berliner Bürger und Forderungen an die Politik formulieren zu können. Dabei wird die Entscheidung des Senats bzw. von Frau Witte, den Erbpachtvertrag nicht offenzulegen – wie von der Piratenpartei gefordert – bedauert. Denn ohne die Offenlegung können interessierte Bürger weder klar planen, noch die Vergangenheit wirklich aufarbeiten.

„Die wirtschaftliche Nutzung des Parks ist mit den gegenwärtigen Rahmenbedingungen für kommerzielle Bieter nicht rentabel. Wir erwarten, dass die Versteigerung erfolglos bleibt, und das Mindestgebot nicht erreicht wird. Dann würden wir ein halbes Jahr mehr Zeit gewinnen.“, so  Jemi Lehmann von BerlinerHonig.de, der auf Facebook einen Ansturm an  Feedback auf die Idee des Crowdfunding erhielt.

Es wird auch auch die Empfehlung der Initiative AG Pro Plänterwald unterstützt. Diese schlägt vor, dass der Senat respektive der Liegenschaftsfonds selbst den Pachtvertrag ersteigert und somit aus der Schuld löst. Dann seien neue Verträge oder gar das Ausschreiben eines Kaufangebots möglich, so Herr Dr. Erhard Reddig. Diese Lösung lehnt der Senat jedoch ab. Vielleicht kann der Senat durch ein starkes Interesse der Bevölkerung umgestimmt werden?

Bei einem Bürgerpark als Bürgerstiftung ist am weitesten abgesichert, dass dieser im Sinn der Berliner Bürgerinnen und Bürger, der Natur sowie der internationalen Gäste, realisiert und geführt wird.

Wer helfen oder sich der Initiative anschließen möchte, kann an einem der Treffen teilnehmen. Die Bürgerinitiative trifft sich zum Beispiel bereits am Donnerstag, den 27. Juni ab 20 Uhr im Loesje (Coworking-Space), Karl-Kunger-Straße 55, Alt-Treptow und am Montag und Dienstag vor der Versteigerung um 20:00 Uhr im Coworking Büro Pulsraum. Alle Termine sind auf der Homepage der Initiative zu finden.

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