Tiergarten Schönbrunn feiert Elefanten-Nachwuchs

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Tiergarten Schönbrunn
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Das Warten im Tiergarten Schönbrunn hat ein Ende: Nach einer Tragzeit von 645 Tagen hat Elefantenkuh Tonga am 4. September um 19.30 Uhr ihr Junges zur Welt gebracht. Die Geburt ist schnell und problemlos verlaufen. Der kleine Dickhäuter ist ein Weibchen.

„Tonga ist die Leitkuh unserer Herde und generell ein sehr ausgeglichenes Tier. Sie war während der Geburt gemeinsam mit ihrer Tochter Mongu auf der Außenanlage“, berichtet Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Für die 28 Jahre alte Tonga, die seit 1998 im Tiergarten lebt, ist es der zweite Nachwuchs. 2003 brachte sie Mongu zur Welt. Tonga umsorgt die Kleine fürsorglich und auch Mongu gibt auf ihr Geschwisterchen Acht. Mit tapsigen Schritten folgt das Jungtier seiner Mutter auf Schritt und Tritt, und wird etwa jede halbe Stunde gesäugt.

Elefantenbaby im Tiergarten Schönbrunn

Das neugeborene Elefantenbaby im Tiergarten Schönbrunn

„Um Tonga und ihrem Nachwuchs die nötige Ruhe zu gönnen, bleib die kleine Gruppe für die nächsten Tage im hinteren Bereich der Anlage“, erklärt Schratter.

Die Elefantenpfleger werden sich nun drei Namen überlegen, über die in den nächsten Tagen auf der Website des Zoos abgestimmt werden kann.

Für den Tiergarten Schönbrunn, der das Europäische Zuchtbuch für Afrikanische Elefanten koordiniert, ist es die vierte Geburt eines Afrikanischen Elefanten. Weltweit ist dieser Elefantennachwuchs allerdings eine Sensation.

Schratter: „Es ist das erste Kalb, das durch künstliche Besamung mit tiefgefrorenem Sperma gezeugt wurde. Sein Vater ist Wildbulle im Phinda-Reservat in Afrika und wurde unter Vollnarkose abgesamt.“

Durch eine ganz neue Technik, die von einem Team des Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung entwickelt wurde, konnte das im Busch gewonnene Sperma eingefroren und erfolgreich wieder aufgetaut werden.

Elefantenfamilie im Tiergarten Schönbrunn

So sieht eine glückliche Elefantenfamilie aus.

Künstliche Besamung ist inzwischen bei Afrikanischen Elefanten Routine – allerdings nur mit frischem oder gekühltem Sperma. Um das Sperma eines Wildbullen von Afrika in einen europäischen Zoo zu transportieren, musste es jedoch eingefroren werden. Doch die Samenzellen von Elefanten sind extrem empfindlich. Nur in zwei Fällen hatte eingefrorenes und wieder aufgetautes Material zu einer Befruchtung geführt. Beide Trächtigkeiten endeten jedoch frühzeitig.

Diese Methode bietet eine große Chance, um den Genpool der Zooelefanten aufzufrischen und auch andere bedrohte Tierarten in Menschenobhut erfolgreich zu züchten.

Der kleine Elefant ist das erfreuliche Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit des Tiergarten Schönbrunn mit dem Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), dem Zooparc de Beauval und dem Pittsburgh Zoo.

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