Wanda-Präsident sagt Disney den Kampf an: „Sie hätten China nicht betreten sollen“

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Wanda-Präsident Wang Jianlin
Bildquelle: Wanda Group

Wang Jianlin, reichster Mann Chinas und Präsident des Immobilien- und Tourismus-Konglomerats Wanda Group, kritisiert Disney kurz vor der Eröffnung des Disneyland Shanghai scharf. Es mangele dem Unternehmen an Innovation und Voraussicht. Bis 2020 will er Disney als weltweit größtes Tourismus-Unternehmen ablösen.

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Am 16. Juni öffnet Disneyland Shanghai als erster Disney-Park auf dem chinesischen Festland seine Pforten für die breite Öffentlichkeit – und die Vorfreude im Land ist groß. Doch nicht jeder lässt sich von der Begeisterung über die baldige Eröffnung des Parks anstecken. In einem Interview mit dem chinesischen Staats-Fernsehsender CCTV findet Wang Jianlin, der Präsident der Wanda Group, drastische Worte für den Konkurrenten: „Sie hätten China nicht betreten sollen.“

Jianlin geht davon aus, dass Disney die Wanda Group nicht auf dem Schirm hatte. Am vergangenen Wochenende feierte der nunmehr dritte Freizeit-Komplex von Wanda in China Eröffnung.

Dem Präsident der Wanda Group zufolge hätte sich der amerikanische Medienkonzern Disney überschätzt und bei der Planung des Parks in Shanghai nur wenig Weitsichtigkeit und Mut zur Innovation bewiesen: „Ich habe einmal gesagt, dass der Vorteil von Disneys Outdoor-Parks vor allem ihr umfangreiches geistiges Eigentum ist. Das ist jedoch mittlerweile zu einer Belastung geworden, weil sie nur ihre eigenen Marken nutzen können, um weiter zu wachsen, und nur selten neue Geschäftsmodelle in Betrachtung ziehen.“

Wanda vs Disney

Wanda vs. Disney: In China hat der Konkurrenzkampf begonnen. (Foto: Shanghai Disney Resort; Wanda Group)

Einen reinen Outdoor-Park in Shanghai hält er für keine gute Idee: „Ich halte das Klima nicht für vorteilhaft, weil es im Sommer starke Regenfälle gibt und die Regenzeit Wochen andauern kann, und die Winter sehr kalt sind.“

Zudem kritisiert Wang Disneys Innovationsarmut: Die amerikanische Firma sei zu sehr damit beschäftigt, sich bei ihren immer gleichen Lizenzen zu bedienen, und es fehle ihr somit an Wettbewerbsvorteil gegenüber seiner Wanda Group. Mit dieser wiederum will er Disney als weltweit größtes Tourismus-Unternehmen bis 2020 überholen. „Jeder unserer Parks hat sein eigenes Business-Model mit stetiger Innovation und Kombination von Indoor- und Outdoor-Parks. Deshalb denke ich, dass Disneys Aussichten für China, zumindest in finanzieller Hinsicht, nicht gut sind.“

„Wanda Citys“ als Disneyland-Konkurrenz

Auf der „China International Tourism Investment“-Konferenz gab der Wanda-Präsident auch bereits Pläne bekannt, mit denen der amerikanische Konkurrent überholt werden soll. Im Freizeit-Bereich setzt das Immobilien- und Tourismus-Konglomerat vor allem auf sogenannte „Wanda Citys“, bei denen es sich um Kultur- und Erlebnis-Hot-Spots mit Fahrgeschäften, Einkaufszentren und Indoor-Unterhaltungsbereichen handelt. „Wanda Citys“ sind also mehr als bloße Outdoor-Freizeitparks, deren Konzept er bei Disney gerade kritisiert. Drei solche Themenparks stehen bereits in China, sieben weitere befinden sich derzeit noch im Bau und bis zum Jahr 2020 sollen mindestens 15 Stück eröffnet sein.

Wanda setzt bei den meisten dieser Freizeit-Komplexe auf Standorte in zweitrangigen Städten. Das sei kostengünstiger und ermögliche in Zukunft mehr zu bauen.

Nanchang Wanda City

Die Wanda City in Nanchang wurde vor wenigen Tagen eröffnet. (Foto: Wanda Group)

Bei der Eröffnung der neuesten „Wanda City“ in Nanchang im Südosten Chinas stellte Wang auch die Konzentration seiner Parks auf die chinesische Tradition in den Vordergrund, mit der sich seine Firma von westlichen Importen abgrenzen möchte. Die Attraktionen des Vergnügungsparks fördern die chinesische Kultur und begeistern Besucher mit Drachen, Bambuswäldern und der höchsten und längsten Achterbahn des Landes. Der Park, der eine ähnliche Größe wie das Disneyland Shanghai aufweist, sei zudem wesentlich günstiger als der des amerikanischen Konkurrenten, was sich auf die Endpreise für die Kunden auswirkt.

Wang erwartet, dass Disney mit den vergleichsweise höheren Preisen langfristig Kunden an Wanda verlieren wird.

Disney hat auf die Vorwürfe des chinesischen Konkurrenten bisher nicht geantwortet. Mit der Eröffnung des Disneyland Shanghai am 16. Juni und den neuen „Wanda City“-Vergnügungsparks dürfte sich der Konkurrenzkampf der beiden Unternehmen in China und der Welt aber in Zukunft sehr spannend gestalten. Wang kündigte neben den ehrgeizigen Plänen innerhalb Chinas an, bereits mit Übernahmen im Ausland begonnen zu haben und große Tourismus-Spots aufbauen zu wollen.

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