Warum starb das Delfin-Baby im Zoo Duisburg? Lungenentzündung eine mögliche Ursache

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Delfin-Baby im Zoo Duisburg - Tod 2015
Bildquelle: Zoo Duisburg

Im Zoo Duisburg verstarb ein Delfin-Baby nach nur einer Woche Lebzeit. Nun gibt es erste Obduktionsergebnisse und wilde Spekulationen zum Tod des Baby-Delfins.

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Das am Sonntag verstorbene Delfinjungtier aus dem Zoo Duisburg wurde in der Tierärztlichen Hochschule Hannover zur Sektion vorgestellt. Die Erstbefunde der Fachmediziner deuten auf eine Lungenentzündung hin. Genauere Ergebnisse werden weitere Studien mit bakteriologischen. und viralen Untersuchungen liefern, welche mehr Zeit benötigen und in den nächsten Wochen abgeschlossen sein werden.

Aufgrund des unterentwickelten Immunsystems neugeborener Delfine besteht in den ersten Lebenswochen der Jungdelfine leider eine erhöhte Gefahr für die Entwicklung einer Infektion. Um das Jungtier den Start ins Leben zu erleichtern, erhielt es am zweiten Lebenstag eine einmalige antibiotische Unterstützung, so der Zoo Duisburg in einer Mitteilung. Die Werte der routinemäßigen Blutuntersuchungen der folgenden Tage sollen keinerlei Entzündungsanzeichen aufgewiesen haben. Auch lieferte die rund-um-die-Uhr Überwachung durch die zuständige Tierpflegerschaft keinen Hinweis auf Schwierigkeiten bei der Atmung. Aus diesem Grund fand keine weitere medikamentöse Behandlung statt, sondern es wurde lediglich engmaschig überwacht.

Die Entwicklung des Jungtieres mit guter Gewichtszunahme verlief durch und durch erfreulich, so der Duisburger Zoo – bis zum Sonntag. Da verstarb das Jungtier binnen kürzester Zeit und ohne eine darauf hinweisende Symptomatik.

Die Mitarbeiter des Zoos sind immer noch tief betroffen. Die altbekannten Delfinariumsgegner hingegen überschlagen sich schon seit der ersten Minute des Bekanntwerdens des Todes in unfachmännischen Spekulationen zur Todesursache, von Stress bis hin zu Inzucht. Stresshormone werden bei fast jeder Blutentnahme der Delfine gemessen und zeigen deutlich auf, dass die Tiere zu keiner Zeit gestresst sind, so der Zoo Duisburg. Auch bei dem Jungtier könne anhand der medizinischen Werte bewiesen werden, dass selbst die täglichen Untersuchungen bei direkter Anwesenheit der Mutter und das professionelle Handling des Personals absolut stressfrei für das Tier verliefen.

Am Samstag fand der sogenannte Ferrari-Tag im Zoo statt und sofort wurde dem Zoo unterstellt, er hätte das Ableben des Kalbes durch Lärm in Kauf genommen. Zu keiner Zeit jedoch waren die Delfine im Delfinarium auch nur dem geringsten Motorengeräusch der Ferraris ausgesetzt, versichert der Zoo Duisburg. Die Wagen sollen sich nicht mal in der Nähe des Delfinariums befunden haben.

Eine weitere Behauptung der Delfinariengegner ist, das Delfinjungtier wäre „überfällig“ gewesen, hätte also den avisierten Geburtstermin bereits überschritten. Solche Aussagen wurden von einem Delfinariengegner auf Facebook getroffen („Nach den bisher vorliegenden Angaben war die Geburt des Delfinkalbs überfällig (ursprünglich errechneter Geburtstermin am 22.06.2015 per Ultraschall war der 08.08.2015 – tatsächlicher Geburtstermin war am 16.08.2015)“). Der Zoo Duisburg vermutet, dadurch sollten die Tiermediziner des Zoos diskreditiert werden. „Jeder Mediziner, der sich mit der Ultraschalldiagnostik auskennt, weiß jedoch, dass es niemals eine exakte Voraussage des Geburtstermins geben kann“, so der Zoo.

Dieses ist selbst in der hervorragend erforschten Humanmedizin nicht der Fall, beuteuert der Duisburger Zoo. Abweichungen von mehreren Wochen seien völlig normal. Beim Delfin käme die Schwierigkeit hinzu, dass das Ausmessen des sich im Mutterleib entwickelnden Jungtieres sehr von der Lage des Jungtieres abhängig ist und immer nur einen Schätzwert darstellen kann. Zudem soll der genaue Decktermin nicht bekannt gewesen sein, da Paarungen regelmäßig gegeben sind und somit ein genauer Geburtstermin nur geschätzt werden könne.

Generell soll der gesamte August als Geburtstermin möglich gewesen sein und die Trächtigkeit soll täglich mit einer kurzen Ultraschalluntersuchung im medizinischen Training überwacht worden sein, ähnlich wie dieses in der Humanmedizin erfolgt. Dadurch soll eine unmittelbare Feststellung möglich gewesen sein, dass die optimale Versorgung des Jungtieres sichergestellt war, was sich auch nach der Geburt offenbart haben soll, da das Jungtier perfekte Werte in Bezug auf Körpergröße und Gewicht zeigte.

Auch über Inzucht wurde von den Delfinariengegnern wild spekuliert, obschon mit dem Vatertier Ivo, der neben dem Muttertier Pepina der einzige Duisburger Delfin ist, der noch aus der Wildbahn stammt, nur ein zuchtfähiges erwachsenes Männchen in Duisburg gegeben ist. Während Ivo jedoch aus den Gewässern vor Mexiko stammt, wurde Pepina seinerzeit in der Karibik gefangen, so dass jegliche Inzuchtgedanken völlig abwegig sind, so der Zoo Duisburg.

Seitens der Delfinariengegner wurde auch die Delfinhaltung per se in Frage gestellt. Hierbei soll völlig außer Acht gelassen worden sein, dass in den letzten Jahren 5 Jungtiere im Duisburger Delfinarium erfolgreich aufgezogen wurden, letztendlich aber leider nicht jede Aufzucht gelingen kann.

Die Mitarbeiter des Zoos bedauern zutiefst, dass ein derart trauriges Ereignis zu diesen unhaltbaren Spekulationen und Unterstellungen Anlass gibt. Der Zoo ist stets auf transparentes Vorgehen bedacht und stellt alle seine Daten auf seiner Internetseite für interessierte Menschen zur Verfügung.

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