Zum Weltgeiertag 2016: Weltvogelpark Walsrode sensibilisiert für Wichtigkeit bedrohter Geierarten

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Sperbergeier im Weltvogelpark Walsrode
Bildquelle: Weltvogelpark Walsrode

Immer mehr Geierarten sind vom Aussterben bedroht. Daran erinnert seit 2009 der internationale Tag zur Erhaltung der Geier. Zum einen tragen die Biologen und Tierpfleger des Weltvogelparks Walsrode seit mehreren Jahrzehnten durch Zucht und Aufklärung aktiv zur Arterhaltung bei. Zum anderen werden die Besucher mit der Integration von Geiern in verschiedenen Shows für die Schutzbedürftigkeit der Geier sensibilisiert.

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Mit über 4.000 Vögeln aus 650 Arten und allen Kontinenten ist der Weltvogelpark Walsrode nicht nur der größte Vogelpark der Welt, er ist auch Heimat von derzeit sieben verschiedenen Geierarten. Einige davon, wie zum Beispiel der Sperbergeier, der Wollkopfgeier oder der Bartgeier, befinden sich auf der Liste der bedrohten Arten oder auf der sogenannten Vorwarnliste. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf Wilderei und den Einsatz des entzündungshemmenden Diclofenac bei Nutztieren. Diclofenac wird von Geiern durch das Fressen von verendeten Tieren aufgenommen und führt oftmals zu Nierenversagen und dem sicheren Tod.

Auch wenn es für die Vögel nur sehr selten „hitzefrei“ gibt, das Wohl der gefiederten Kollegen geht auf jeden Fall vor. Und das fängt bereits bei der Parkgestaltung an. „Wichtig sind viele Schattenplätze und Bademöglichkeiten – diese kann übrigens fast jedermann auch Zuhause schaffen. Ein kleiner Balkon mit einer großen und flachen Schüssel Wasser reicht zumindest für die kleinen heimischen Singvögel aus. Viele Vögel schlagen beim Baden sogar mit den Flügeln und verwandeln das stehende Wasser so in eine erfrischende Dusche. Andere Arten stellen sich mit weit offenem Schnabel und geöffneten Flügeln in den kühlen Schatten und vergrößern so Ihre Oberfläche“, so Bretschek weiter.

Weißkopfseeadler Lady im Weltvogelpark Walsrode mit Tiertrainer Michael Lenzgen

Weißkopfseeadler „Lady“ mit Tiertrainer Michael Lenzgen. (Foto: Weltvogelpark Walsrode)

Seit 2009 erinnert der erste Samstag im September daran, wie wichtig und gefährdet die „Reinigungskolonne der Tierwelt“ für unseren Planeten ist. So verhindert die schnelle Beseitigung von Aas durch Geier die Verbreitung von Krankheiten oder gar Epidemien.

„Ein Aussterben dieser faszinierenden Tiere hätte massiven Einfluss auf unser Ökosystem und somit auch auf den Menschen. Was kaum jemand weiß – auch in Europa und sogar in Deutschland leben Geier in freier Wildbahn. Allerdings immer weniger. Es ist uns wichtig, die Menschen dafür zu sensibilisieren und unseren Teil zur Arterhaltung beizutragen. Wenn unsere Andenkondore im Rahmen der Flugshow ihre Spannweite präsentieren und unser Gänsegeier Günther über die Köpfe der Besucher gleitet, hat das etwas sehr Majestätisches“, verrät Sonja Buchhop, Pressesprecherin des Weltvogelparks. Erst im Sommer diesen Jahres kam im Weltvogelpark Walsrode ein Gänsegeier-Küken zur Welt.

Gänsegeier-Küken im Weltvogelpark Walsrode

Frisch geschlüpft im Sommer 2016: Gänsegeier-Küken. (Foto: Weltvogelpark Walsrode)

Der Weltvogelpark Walsrode gilt seit 1962 als eine der bedeutendsten Institutionen auf dem Gebiet der Haltung und Nachzucht bedrohter Vogelarten sowohl in menschlicher Obhut vor Ort als auch über die Weltvogelpark Stiftung in den Ursprungsländern.

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