Wildparadies Tripsdrill – „Falknerei“ als immaterielles Kulturerbe durch UNESCO anerkannt

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Falkner Roland Werner in Tripsdrill
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Seit dem 11. Dezember 2014 ist es offiziell: Die Falknerei wird als eine von 27 Kulturformen in Deutschland in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes durch die UNESCO aufgenommen. Eine Anerkennung, auf die das Wildparadies Tripsdrill und die dort praktizierenden Falkner stolz sind.

Getreu dem Motto der Konvention – „Wissen. Können. Weitergeben“ – wird auch in Tripsdrill die Falknerei als Kulturform betrieben, um diese Tradition zu prägen und erhalten sowie das Wissen an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Immaterielles Kulturerbe
Das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes führt kulturelle Ausdrucksformen auf, die als lebendige Traditionen von Generation zu Generation weitergetragen und -vermittelt, stetig neu geschaffen und verändert werden. Hierzu zählen das Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken, mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, darstellende Künste, gesellschaftliche Bräuche, sowie Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum.

Aus 83 eingereichten Vorschlägen wurden am 11. Dezember 27 Kulturformen ins deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes durch die UNESCO aufgenommen – darunter die Flößerei, das Chorsingen und die Falknerei.

Falknerei im Wildparadies

Im Wildparadies Tripsdrill gibt es seit 2010 eine große Falknerei, durch die Besucher und Greifvogelfreunde bei ihrem Rundgang spazieren können. Vorbei an 13 Volieren mit Schutz- und Sitzmöglichkeiten, lassen sich Geier, Milane, Bussarde, Adler und Falken beobachten. Die von Greifvögeln ausgehende Faszination ist bei Alt und Jung gleichermaßen ausgeprägt. Betreut und ausgebildet werden die Vögel durch Roland Werner und Benedict Stirblies – beides Falkner aus Leidenschaft.

Falknerei in Tripsdrill

In den 13 Volieren der Falknerei in Tripsdrill sind unter anderem Wüstenbussard, Sperbergeier, Mönchsgeier, Weißrückengeier und Schopfkarakara zuhause.

Ein besonderes Highlight für die Besucher sind die täglich – außer freitags – stattfindenden Flugvorführungen auf der Falknertribüne. Während Adler, Milan, Geier & Co. über die Köpfe der Zuschauer hinwegfliegen, und in beeindruckenden Manövern die Beute aus der Luft oder dem Wasser greifen, erzählt der Falkner viel Spannendes über die Verhaltensweisen der Greifvögel sowie Wissenswertes zur Greifvogel-Ausbildung und der Historie der Falknerei.

Tripsdrill Flugvorführung mit Greivögeln

Bei der Flugvorführung in Tripsdrill fliegen Greifvögel nur knapp über die Köpfe der Zuschauer hinweg.

Um die Greifvögel im Flug zeigen zu können, setzen die Falkner in Tripsdrill die gleichen Ausbildungsmöglichkeiten ein, wie sie auch für die Ausbildung zum Jagdeinsatz genutzt werden. Aus Tierschutzgründen darf der jagdliche Einsatz bei der Flugschau jedoch nicht praktiziert werden. Zusätzlich zu den Vorführungen werden die Greifvögel im Wildparadies über das gesamte Jahr hinweg regelmäßig trainiert. Die Ausbildung der Tiere für die Flugschau findet in Tripsdrill statt – je nach Vogelart kann sie zwischen 3 Monaten und 2 Jahren dauern. Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung und Bindung zwischen Falkner und Vogel ist dabei gegenseitiges Vertrauen.

Kulturform „Falknerei“

Die Falknerei im ursprünglichen Sinn ist das Jagen auf freilebendes Wild mit speziell dafür trainierten Greifvögeln. Diese natürliche Jagdmethode, auch Beizjagd genannt, entstand bereits vor über 3.500 Jahren, um die Ernährung des Menschen zu sichern. Seit Mitte der 90er Jahre erlebt die Falknerei einen starken Interessenzuwachs. In Deutschland gibt es derzeit ca. 3.000 ausgebildete Falkner. Doch heutzutage nutzen die wenigsten ihr Handwerk für die Jagd – vielmehr setzen sich immer mehr Falkner für den Artenschutz, die Öffentlichkeitsarbeit und Auswilderungsprogramme ein. Um die Falknertätigkeit ausüben zu können, müssen verschiedene rechtliche und praktische Voraussetzungen erfüllt sowie die Falknerprüfung abgelegt werden. Berufsfalkner werden heute unter anderem auch in der Flugsicherung eingesetzt, um größere Vogelschwärme abzuwehren, die für den Flugverkehr gefährlich werden könnten.

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