Elefant in Zoo Karlsruhe gestorben: „Rani“ war Deutschlands ältester Elefant

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Zoo karlsruhe Elefant Rani
Bildquelle: Zoo Karlsruhe

„Eine Ära ist zu Ende gegangen“: Im Karlsruher Zoo starb die Asiatische Elefantenkuh „Rani“ im Alter von 63 Jahre. Sie war Deutschlands ältester Elefant.

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Die 63-jährige Asiatische Elefantenkuh „Rani“ ist gestern (23. Februar 2019) im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe gestorben. „Sie war eines der bekanntesten und charismatischsten Tiere. Generationen von Besuchern kannten sie. ‚Rani‘ stand wie kein anderes Tier über Jahrzehnte als ein Symbol unseres Zoos. Wir alle trauern um sie“, sagt Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt.

„Rani“ kam als zweijähriges Jungtier am 12. Oktober 1957 als Wildfang aus Indien nach Karlsruhe. Seit einigen Jahren war sie der älteste Elefant Deutschlands und der zweitälteste Europas. „Außer einigen altersbedingten Einschränkungen wie Arthrose in den Gelenken war sie bis zuletzt bei guter Gesundheit“, berichtet Zootierärztin Julia Heckmann. Während Elefanten in der Natur nur in Ausnahmefällen älter als 40 Jahre werden, hat es „Rani“ bei guter Pflege zu einem enormen Alter gebracht.

Zwar hatte sie durch die Arthrose Einschränkungen bei der Beweglichkeit der Beine. So kam es einige Male vor, dass dem Tier wieder hochgeholfen werden musste, als es sich ablegte. Zuletzt war das 2015 der Fall. „Bei älteren Elefanten passiert es immer mal wieder, dass sie sich hinlegen und nicht mehr hochkommen. Dafür sind wir ausgerüstet und können schnell und effektiv reagieren“, erklärt Revierleiter Robert Scholz.

Als die Tierpfleger „Rani“ morgens liegend fanden, wurden direkt alle Maßnahmen eingeleitet, um dem dreieinhalb Tonnen schweren Tier wieder auf die Beine zu helfen. Mit Spezialgurten, im Elefantenhaus installierten Schwerlastkränen und speziellen Luftkissen konnte „Rani“ wieder aufgerichtet werden.

Dass die Rettungsaktion trotzdem nicht zu einem Happy End führte, lag an „Ranis“ Körper. Während das Tier noch in den Gurten hing, versuchte es, auf den Vorderbeinen zu stehen. „Die Beine hinten, vor allem das auf der rechten Seite, konnten jedoch das Gewicht des Tiers nicht mehr tragen“, berichtet Scholz. Die Beine sind immer wieder weggeknickt, so dass die Pfleger das Tier wieder ablassen mussten.

Um dem Tier Leid zu ersparen, wurde entschieden, „Rani“ zu erlösen. Dafür wurde eine weitere Tierärztin angefordert, die sich auf die Narkose von Zootieren spezialisiert hat. Noch während der Vorbereitungen versagte jedoch bei „Rani“ der Kreislauf. „Sie war ganz ruhig, wir hörten noch ein letztes Schnaufen, dann konnte ich nur noch den Tod feststellen“, sagt Heckmann.

„‚Rani‘ war schon fester Bestandteil des Zoos, als ich noch ein kleiner Junge war. Ich kam regelmäßig mit meinen Eltern und bewunderte ‚Rani‘, Shanti, Trulli und Nepal“, erzählt Reinschmidt aus seiner Kindheit. So wie ihm ging es vielen Zoobesuchern über die Jahre hinweg. Als kurz vor Weihnachten 2016 Shanti eingeschläfert werden musste, blieb nur noch „Rani“ aus der ehemaligen Vierergruppe, die über nahezu vier Jahrzehnte Bestand gehabt hatte. „Mit ‚Ranis‘ Tod ist eine Ära zu Ende gegangen“, betont der Zoodirektor.

In der einzigen Altersresidenz für Asiatische Elefanten in Europa sind jetzt noch Jenny und Nanda zu sehen. Die 1983 geborene Jenny lebte früher im DDR-Staatszirkus und ist seit 2009 in Karlsruhe, Nanda kam 2016 ins Badische. Sie stammt aus einem Berliner Zirkus, ist am Grauen Star erkrankt und fast vollständig erblindet. Auf der Karlsruher Anlage findet sie sich mittlerweile aber gut zurecht.

Derzeit wird das Außengelände der Elefanten von 1.000 auf mehr als 3.000 Quadratmeter erweitert. Damit soll den Tieren mehr Platz geschaffen werden, zudem können so auch wieder weitere Tiere aufgenommen werden. Zu dem Konzept der Haltungsform in einer Altersresidenz gehört es, Elefanten, die nicht mehr mit Zirkussen reisen sollen, eine Aufnahme für ihre letzten Lebensjahre zu bieten. Ebenso können ältere Zooelefanten übernommen werden.

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