Tier- und Freizeitpark Thüle: Vari-Äffchen wird mit der Hand aufgezogen

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Tier- und Freizeitpark Thüle Handaufzucht Vari Affe 2018
Bildquelle: Tier- und Freizeitpark Thüle, Martin Pille

Drei Vari-Weibchen im Tier- und Freizeitpark Thüle haben Nachwuchs – eines der Jungtiere muss jedoch mit der Hand aufgezogen werden. Und das auch nach Feierabend.

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Bei Alexander Nolte löst das possierliche Gesicht des Vari-Äffchens Brutpflegeverhalten wie „Beschützen“ und „Füttern“ als Schlüsselreiz aus. Er ist Tierpfleger im Tier- und Freizeitpark Thüle und zieht ein Vari-Äffchen mit der Hand auf.

Das Leben des Tierchens mit den großen blauen Augen und den wuscheligen Haaren begann im Inkubator. „Drei Vari-Weibchen, ‚Josie‘, ‚Leni‘ und ‚Sissi‘ bekamen fast gleichzeitig ein Junges“, schildert Park-Chefin Alexandra Grothaus die prekäre Lage. Doch nicht alle hatten einen guten Start ins Leben. Während zwei von ihnen liebevoll von den Müttern umsorgt wurden, legte „Sissi“ ihr 200 Gramm „schweres“ Baby nach der Geburt ab und kümmerte sich nicht mehr. Da sprang der Tierpfleger des Tier- und Freizeitparks ein.

Während Mama „Sissi“ gemütlich in Bäumen abhängt und in entspanntem Laisser-fair Früchte nascht, versorgt der Nolte jetzt das herzige Affenwaisenkind rund um die Uhr. „Und das müssen sie wörtlich nehmen“, sagt der Tierpfleger, „denn alle zwei Stunden muss der Kleine gefüttert werden, und sie brauchen neben der Flasche auch viel Zuwendung“.

Nach Feierabend packt er den Wärmeschrank in seinen PKW und nimmt den Patienten mit nach Hause, wo er sich die Fütterung mit seiner Familie teilt. Denn schließlich muss auch mal geschlafen werden. Auch wenn für das Affenbaby unter diesen Bedingungen sogar weniger Gefahren als inmitten der Gruppe gibt, seien Tierkinder am besten bei ihrer Mutter oder bei Artgenossen aufgehoben, weiß der erfahrene Tierpfleger. Nach etwa 16 bis 17 Wochen wird er die Kost auf das normale „Vari-Menü“ umstellen: Obst, Gemüse, hartgekochte Eier, Mais und Reis.

Die auf­fäl­li­gen Affen aus der Gruppe der Lemu­ren sind im Regen­wald Mada­gas­kars zu Hause. Sie gel­ten auf­grund von Jagd als aus­ge­spro­chen gefähr­det und unter­lie­gen den strengsten Schutz­be­stim­mun­gen der „Rotes Liste“. Mit der Handaufzucht leistet der Tierpark Thüle somit einen wichtigen Beitrag zum Überleben dieser Tierart. Spätestens im Sommer werden die neugeborenen Varis im Freigehege zu bewundern sein. Sie gelten als sehr zutraulich, fressen gerne auch aus der Hand und halten sich gerne in Besuchernähe auf, so dass sie schön beobachtet werden können.

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