„Mühlendorf“ in Hellabrunn eröffnet: Neuer Parkbereich zur heimischen Biodiversität

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Hellabrunn Mühlendorf Panorama
Bildquelle: Tierpark Hellabrunn, Jörg Koch

Der erste Bauabschnitt des Hellabrunner „Mühlendorf“ wurde eröffnet. Als Herzstück der künftigen Geozone Europa erhält der Münchner Tierpark damit einen ganz neuen Parkteil, in dessen Fokus die heimische Biodiversität steht. Besucher erleben hier ursprüngliche und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen und können anhand edukativer Spiel- und Lernstationen die Entwicklung vom Wild- zum Haustier nachvollziehen.

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„Betritt man das Hellabrunner ‚Mühlendorf‘ über die neu sanierte, hölzerne Pionierbrücke, eröffnet sich einem nicht nur ein komplett neuer Parkteil, sondern man hat auch die Vielfalt unserer heimischen Biodiversität direkt vor Augen“, so Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende des Tierparks Christine Strobl begeistert. „Das ‚Mühlendorf‘ mit seiner Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren ist ein großartiger Meilenschritt innerhalb des Hellabrunner Masterplans. Ich bin mir sicher, dass der neue Parkteil ab sofort den Ausflug in den Tierpark bereichern wird. Und ich freue mich sehr darauf, dass wir nächstes Jahr auch die neue Tierparkschule einweihen können.“

Der erste Bauabschnitt des „Mühlendorf“ ist nun fertiggestellt und für die Besucher geöffnet. Neben dem Mühlrad mit Fischbruthaus direkt am rauschenden Auer Mühlbach befinden sich im Dorf Stallungen für zahlreiche Haustierarten sowie ein Dorfladen und ein Biergarten, die beide von Marché International bewirtschaftet werden. Alle Bauten sind im alpenländischen Stil mit viel Holz und bäuerlicher Dekoration gestaltet. Ein Dorfbrunnen und ein echter Misthaufen unterstreichen den dörflichen Charakter.

Hellabrunn Mühlendorf Dorfladen

Im „Dorfladen“ befindet sich ein berührungsempfindlicher Tisch mit interaktiven Elementen. (Foto: Münchner Tierpark Hellabrunn)

Tierpark-Direktor Rasem Baban zeigt sich am Freitagvormittag bei der Eröffnung sichtlich zufrieden: „Nach knapp einjähriger Bauphase ist auf der Fläche des alten Kindertierparks mit dem „Mühlendorf“ eine sehenswerte Abbildung unserer alpenländischen Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten, Lebensräumen und Lebensgemeinschaften entstanden, die es sich lohnt, ausführlich zu erkunden. Ich bin sehr gespannt, wie die Besucherinnen und Besucher den neuen Parkteil annehmen werden.“

Bereits zur Eröffnung wird das Hellabrunner „Mühlendorf“ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. „Die Ehrung der Vereinten Nationen zeigt einmal mehr den hohen Stellenwert von Natur- und Artenschutz in Hellabrunn und dass der Tierpark seinen Bildungsauftrag sehr ernst nimmt“, so Christine Strobl bei der Entgegennahme der Urkunde.

„Dass wir Teil der UN-Dekade Biologische Vielfalt sein dürfen, haben wir nicht zuletzt unseren großzügigen Unterstützern wie der Landeshauptstadt München, der Stadtsparkasse München und der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung zu verdanken. Nur so konnten alle Ideen und edukativen Elemente im ‚Mühlendorf‘ wie geplant umgesetzt werden“, betont Rasem Baban.

Hellabrunn Mühlendorf Ponys

Unter anderem Shetland-Ponys leben im neuen „Mühlendorf“. (Foto: Münchner Tierpark Hellabrunn)

Auch Dr. Olivier Pagan, Präsident des Verband der Zoologischen Gärten e.V. (VdZ), zeigt sich sichtlich begeistert vom neuen „Mühlendorf“: „Ich darf dem Tierpark Hellabrunn zu diesem gelungenen Bauerndorf-Ensemble gratulieren, das nicht nur ein gemütliches Voralpen-Ambiente bietet, sondern zudem die Themen heimische Biodiversität und ein Bewusstsein für Haustierarten sehenswert umgesetzt hat.“

Neben allerhand Infos zur Herstellung und Herkunft verschiedener Nahrungsmittel wie Eier, Fleisch, Obst und Gemüse können die Besucher im „Mühlendorf“ entdecken, wie aus einem Ei ein Küken heranwächst. Darüber hinaus bietet das Fischbruthaus einen Einblick in ein „In-Situ“-Artenschutzprojekt, das heißt in ein Schutzprojekt vor Ort im natürlichen Verbreitungsgebiet gefährdeter Fischarten. Ebenso sind im Fischbruthaus verschiedene heimische Amphibien und weitere Tiere zu sehen.

Außerdem gibt es auch zahlreiche neue Tierarten im Hellabrunner „Mühlendorf“ zu bewundern: Neben Augsburger Hühnern, Genter Bartkaninchen und Laubfröschen gibt es auch Kunekune. „Gerne hätten wir für eine typisch bayerische Schweinerasse die Patenschaft übernommen, da es diese aber leider nicht mehr gibt, sind wir auf die neuseeländische Schweinerasse der Kunekune ausgewichen. Denn mit dem „Sparschwein“ verbindet uns als Sparkasse eine historisch lange Verbindung, da lag die Wahl für diese Tiere natürlich nahe“, erklärt Marlies Mirbeth, Mitglied des Vorstands der Stadtsparkasse München, mit Humor die Wahl auf die Patenschaft für dieser Tierart.

Hellabrunn Mühlendorf Fischbruthaus

Im Fischbruthaus sind heimische Amphibien und Fische zuhause. (Foto: Münchner Tierpark Hellabrunn)

Des Weiteren erfahren die Besucher des „Mühlendorf“ durch verschiedene edukative Spiel- und Lernstationen, welche Rolle der Mensch im Umgang mit natürlichen Ressourcen innehat und was jeder Einzelne zum Erhalt der heimischen, aber auch der globalen Biodiversität beitragen kann. Die Edukation entstand mit der finanziellen Unterstützung der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die sich seit vielen Jahren für einen bewussten Umgang mit der Natur einsetzt. „Je mehr Menschen täglich in vielen kleinen Dingen einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen pflegen, desto positiver wirkt es sich auf unsere Umwelt und somit auf uns selbst aus. Deshalb engagieren wir uns dafür, gezielt aufzuklären. Wie könnten wir die Menschen besser erreichen als durch den attraktiven Tierpark Hellabrunn, der besonders Familien mit Kindern anzieht, die mit ihrer Neugier alles erforschen und für alles offen sind. Wenn jeder Einzelne von uns seinen täglichen kleinen Beitrag leistet, dann wird unsere Welt insgesamt tatsächlich gesünder und lebenswerter. Und so können unsere Kinder in einer besseren Welt und Gesellschaft aufwachsen“, betont Catherine Demeter, Erster Vorstand der Stiftung.

Entworfen wurde das „Mühlendorf“ von dem weltweit tätigen Berliner Architekturbüro dan pearlman Erlebnisarchitektur. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Umsetzung unseres Entwurfs das wichtige Thema Biodiversität in eine Geschichte und in gebaute Realität übersetzen konnten. Das Projekt zeichnet sich durch seine familiäre Anmutung, seine Authentizität und den didaktischen roten Faden aus, den man überall wiederfindet. Ich bin begeistert, was für ein toller Ort für Entdeckungen und Begegnungen bereits mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts hier entstanden ist.“ sagt Kieran Stanley, der Gründer und Creative Director.

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