Tierpark Hellabrunn: Drill-Baby „Shari“ ist Artenschutzbotschafterin für in-situ-Projekt

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Hellabrunn freut sich ganz besonders über erneuten Nachwuchs bei den Drills, denn sie gehören zu den am stärksten bedrohten Primaten-Arten weltweit. „Shari“, wie das Jungtier am heutigen Mittwoch, den 17. Oktober 2018 getauft wurde, ist im Rahmen einer Ehren-Patenschaft nun auch Artenschutzbotschafterin ihrer Verwandten in Westafrika, denn Hellabrunn unterstützt das Limbe Wildlife Centre (LWC) in Kamerun mit einer großzügigen Spende.

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Ob sich die kleine „Shari“, was so viel wie „Tochter des Königs“ bedeutet, ihrer ehrenwerten Aufgabe als Artenschutzbotschafterin bewusst ist, bleibt offen – doch der jüngste Nachwuchs der Drills zeigt sich den Fotografen am Mittwochvormittag in jedem Fall von ihrer besten Seite. Das knapp drei Wochen alte Drill-Mädchen erkundet schon mutig die sonnige Außenanlage der Drills, ohne dabei den älteren Halbgeschwistern zu nahe zu kommen – schließlich sind die schon um einiges mutiger und verspielter. Da bleibt „Shari“ lieber noch in der sicheren Nähe von Mama Kaduna. Vater der Kleinen ist Bakut, Chef der Hellabrunner Drill-Gruppe. Insgesamt leben im Tierpark derzeit zwölf Drills.

Bereits seit 2011 setzt sich der Tierpark Hellabrunn als Mitglied des Vereins „Rettet den Drill e.V.“ für die Drills in ihrer westafrikanischen Heimat ein. Der Verein unterstützt die Artenschutzstiftung PANDRILLUS, die u.a. in Kamerun gemeinsam mit dem Forstministerium das Limbe Wildlife Centre betreibt. Dieses ist eine Auffang- und Auswilderungsstation für die hochbedrohten Drills und andere beschlagnahmte Tiere, welche – soweit möglich – nach entsprechender Rehabilitation wieder ausgewildert werden. Gleichzeitig betreibt das LWC Aufklärungs- und Bildungsarbeit in der Region.

Durch die Spende in Höhe von 9.000 Euro, die Hellabrunn im Rahmen einer exklusiven Ehren-Patenschaft an „Rettet den Drill e.V.“ spendet, wird ein weiteres Projekt zum Schutze der Drills in ihrem natürlichen Lebensraum ermöglicht. Mittel- bis langfristig sollen in Kamerun im Bereich des Mount Cameroun National Parks Drills in die Natur entlassen werden. Dazu sollen ehemals beschlagnahmte Drills aus dem LWC zunächst in Semireservate in den Nationalpark gebracht werden mit dem langfristigen Ziel, die Tiere auszuwildern.

Zu diesem Zweck ist es sehr wichtig, die Tiere unterscheiden zu können, um Einblicke in die Gruppenstruktur zu erhalten. Zwei Biologen des Limbe Wildlife Centre, Muma Alvin und Betke Armel, arbeiten bereits seit zwei Jahren an diesem Projekt. Sie beobachten die Tiere und entwickeln ein System, wie man die Drills individuell unterscheiden kann. Ziel ist es, auch Ranger im Auswilderungsgebiet mit dieser Methode schulen zu können. Die Spende in Höhe von 9.000 Euro sichert den Verdienst der beiden Biologen sowie die Ausstattung mit dem nötigen Equipment zur Erfassung und Kategorisierung der Tiere.

„Ich freue mich, dass wir dieses bemerkenswertes Projekt und die beiden Biologen unterstützen können, denn ihre wertvolle Arbeit ermöglicht es, die hochbedrohten Drills in ihrem natürlichen Lebensraum erhalten zu können“, so Tierpark-Direktor Rasem Baban und weiter: „Mit der Beteiligung an diesem Artenschutzprojekt nehmen wir zudem unseren Bildungsauftrag sehr ernst und möchten mit ‚Shari‘ als Botschafterin für ihre Verwandten in Westafrika unsere Besucherinnen und Besucher auf die Situation der Drills in ihrem natürlichen Lebensraum aufmerksam machen.“

Als Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) sowie Führer des Internationalen Zuchtbuchs (ISB) für den Drill übernimmt der Tierpark Hellabrunn für die Zoo-Population der westafrikanischen Affenart eine besondere Verantwortung und ist darüber hinaus auch Werbebotschafter für die Tiere und Artenschutzprojekte im natürlichen Lebensraum der Affen. Mit der Mitgliedschaft im Verein „Rettet den Drill“ unterstützt der Tierpark Hellabrunn seit Jahren das Projekt „PANDRILLUS“ in Nigeria und Kamerun.

Der Drill zählt zu den am stärksten gefährdeten Affenarten Afrikas. Laut der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) gehören die Drills zu einer der weltweit bedrohten Tierarten. In ihrem natürlichen Lebensraum, einem Gebiet von lediglich 40.000 Quadratkilometern, das sich über Kamerun, Nigeria bis zur Insel Bioko erstreckt, leben heute nur noch etwa 3.500 Tiere.

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