Orang-Utan-Gruppe im Zoo Osnabrück durch Weibchen „Dayang“ komplettiert

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Zoo Osnabrück Orang Utan Dayang
Bildquelle: Zoo Osnabrück, Hanna Rickert

Zuwachs bei den Osnabrücker Orang-Utans: Am Dienstag, den 18. April 2018, zog Orang-Utan-Weibchen „Dayang“ aus dem niederländischen Apeldoorn in den Zoo Osnabrück. In den nächsten Wochen wird „Dayang“ Schritt für Schritt ihre drei Artgenossen sowie ihre Mitbewohner, die Weißwangenschopfgibbons, kennenlernen.

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„Gestern Mittag gegen 13 Uhr kam das Borneo Orang-Utan-Weibchen bei uns an“, berichtet Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Kurator im Zoo Osnabrück. Bislang lebte der 12-jährige Menschenaffe im „Apenheul Primate Park“ im niederländischen Apeldoorn. Nach einer rund zweistündigen Fahrt kam „Dayang“ am Schölerberg an. Schnell kletterte sie aus der Transportbox in das rechte Innengehege im „Orang-Utan-Dschungeltempel“. Mit ihren langen Armen schwang Dayang sich an den dicken Seilen durch die Anlage und nahm sie von der Plattform des Klettergerüsts aus in Augenschein.

Eine Tierpflegerin aus dem Apenheul Primate Park wird die nächsten Tage nach dem Umzug des Menschenaffen die Kollegen im Zoo Osnabrück unterstützen. „So sieht ‚Dayang‘ noch ein bekanntes Gesicht und die Tierpflegerin kann uns außerdem mit ‚Insider-Infos‘ zu ‚Dayang‘ helfen – von Futtervorlieben bis hin zu bestimmten Verhaltensmustern“, erklärt der Biologe. „Dayang“ habe einen eher ruhigen und zurückhaltenden Charakter. Beobachten konnte Klumpe dies schon gemeinsam mit dem Leiter des Osnabrücker Affenreviers Dirk Wieferich bei einem Besuch in Apeldoorn vor einigen Wochen, bei dem sie sich mit den Tierpflegern austauschten und Dayang kennenlernten. „Ich habe sie als abwartend und eher etwas unsicher erlebt – aber wenn sie etwas macht, dann sehr bestimmt“, so Klumpe.

Nachwuchs wichtig für Arterhalt

Mit „Dayang“ leben nun vier Orang-Utans im Zoo Osnabrück. Der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Orang-Utans, der die wissenschaftliche Nachzucht in europäischen Zoos koordiniert, hatte den Zoo Osnabrück gebeten zusätzlich zu den Osnabrücker Orang-Utans „Buschi“ und „Astrid“ „Dayang“ sowie ein Männchen aufzunehmen. Hintergrund sei, dass sich die Situation der Orang-Utans in der Wildbahn dramatisch entwickelt habe, wie Zoodirektor Prof. Michael Böer erklärt: „Sowohl der Borneo- als auch der Sumatra-Orang-Utan gelten als ‚vom Aussterben bedroht‘ – das ist die letzte Stufe vor ‚in der Wildbahn ausgestorben‘. Durch die Lebensraumzerstörung sinkt der Bestand bedrohlich und die Aufgabe von Zoos ist es, durch Nachzucht eine stabile Population unabhängig von der Entwicklung in der Wildbahn aufzubauen.“ So kam Ende November 2017 bereits das 14-jährige Männchen „Damai“ aus dem ungarischen Zoo Sóstó an den Schölerberg. „Dayang“ hingegen sollte noch bis zu diesem Frühjahr in Apeldoorn bleiben, wie Tobias Klumpe berichtet: „’Dayangs‘ Halbschwester hatte Nachwuchs bekommen und daher sollte Dayang die Jungenaufzucht beobachten und daraus lernen – so ist das auch in der Wildbahn bei Orang-Utans üblich.“ Ziel sei es, dass „Dayang“ und Damai sich gut verstehen und langfristig auch Nachwuchs bekommen.

Kennenlernen Schritt für Schritt

Doch bis es so weit ist, muss „Dayang“ die Osnabrücker Orang-Utans Buschi, Astrid und Damai sowie die Weißwangenschopfgibbons, die mit den Orang-Utans zusammenleben, erst einmal schrittweise kennenlernen. „Wir entscheiden individuell und je nach Verhalten der Tiere, wie wir weiter vorgehen. Jetzt ist Dayang zunächst in einem separaten Bereich. Im zweiten Schritt soll sie „Damai“ über ein Kontaktgitter kennenlernen – verstehen sie sich gut, lassen wir sie auch zusammen“, erklärt Klumpe. Später werde „Dayang“ dann „Buschi“ und „Astrid“ über das Kontaktgitter kennenlernen. Die Eingewöhnung wird vom Fachteam des Zoos in Kooperation mit der Universität Osnabrück, Arbeitsgruppe Ethologie, Prof. Chadi Touma, und der Freien Universität Berlin, Arbeitsgruppe Vergleichende Entwicklungspsychologie, Dr. Linda Ona, sowie dem Veterinäramt wissenschaftlich begleitet. So beobachten Studenten die vier Orang-Utans sowie die Weißwangenschopfgibbons täglich für mehrere Stunden im Rahmen wissenschaftlich fundierter Arbeiten und protokollieren ihr Verhalten, um so eine fundierte Basis für die nächsten Entscheidungen zu haben. Außerdem nehmen die Tierpfleger regelmäßig Kotproben der Primaten, um neben den Beobachtungen auch physiologische Daten zu erheben.

Zunächst wird der „Orang-Utan Dschungeltempel“ für Besucher geschlossen bleiben, damit „Dayang“ in Ruhe ihr neues Zuhause erkunden kann. Buschi und Astrid werden diese Zeit überwiegend in der „Loggia“ neben der Elefantenanlage sowie dem danebenliegenden Außenbereich verbringen. Dort können Besucher sie durch große Glasscheiben gut beobachten. „Damai“ wird ebenfalls regelmäßig im rechten Außenbereich, der direkt neben dem Eingang in den „Orang-Utan-Dschungeltempel“ liegt, zu sehen sein. „Wir hoffen, dass wir den ‚Orang-Utan Dschungeltempel‘ ab Mai wieder für Besucher öffnen können. Dann können sie Dayang willkommen heißen“, so Klumpe.

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