Vögel des Glücks: Chinesische Künstlerin zeigt im Rostocker Zoo ihre Kranichwelt in neuer Ausstellung

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Zoo Rostock Kranichwelt 2018
Bildquelle: Zoo Rostock/Joachim Kloock

Im Zoo Rostock können Besucher ab heute in einer neuen Ausstellung in die Kranichwelt der chinesischen Künstlerin Pu Yuan eintauchen. Die Austellung bleibt bis zum 1. Juli 2018 geöffnet.

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Zookuratorin Antje Zimmermann hat heute im Rostocker Zoo gemeinsam mit der chinesischen Künstlerin Pu Yuan und Naturschützern des NABU-Kranichzentrums Groß Mohrdorf eine neue Ausstellung eröffnet, die bis zum 1. Juli 2018 im Atelier Natur in das Reich der Kraniche entführt. „Künstlerisch anspruchsvoll und zugleich informativ – das ist eine sehenswerte Kombination“, betonte Antje Zimmermann, „zumal es sich dabei um gelebten Natur- und Artenschutz handelt. Wir freuen uns sehr, die Werke von Pu Yuan bei uns im Zoo zeigen und auch die Arbeit des NABU-Kranichzentrums näher vorstellen zu können.“

In der traditionellen chinesischen Malerei ist der Kranich ein Glückssymbol für ein langes Leben, daher sind Kranichbilder beliebte und sehr geschätzte Geschenke in dem Land der Morgenröte. In ihrer Ausstellung zeigt die 1973 in der Mandschurei geborene Künstlerin Pu Yuan ihre ganz persönliche Kranichwelt. Schon lange hat sich die Malerin dem stolzen Kranich verschrieben und engagiert sich darüber hinaus für den Schutz des bedrohten Zugvogels mit dem einzigartigen Balztanz und Trompetengesang.

Die Künstlerin hat von 1993 bis 1996 an der Kunstakademie Peking Textil- und Modedesign studiert und bis 2000 sowohl als selbständige Textildesignerin in der chinesischen Hauptstadt als auch in mehreren internationalen Metropolen als Fotomodell gearbeitet. Seit 2001 lebt sie in Deutschland und war bis 2012 Flugbegleiterin bei der Deutschen Lufthansa AG, die aufgrund ihres Firmenlogos auch „Kranich-Linie“ genannt wird. Anschließend kehrte sie für ein Studium der traditionellen chinesischen Malerei zurück nach China. Heute lebt Pu Yuan in Berlin.

Zoo Rostock Kranichwelt 2018

Die neue Ausstellung ist seit heute geöffnet. (Foto: Zoo Rostock/Joachim Kloock)

Verkaufserlöse werden für den Kranichschutz eingesetzt

Die Arbeit und die Unterstützung der Lufthansa für die bedrohten Vögel des Glücks haben die 45-Jährige, die selbst als Kranich-Rangerin aktiv ist, für die künstlerische Auseinandersetzung mit den Kranichen inspiriert. Mit ihren Zeichnungen und Aquarellen möchte sie die Menschen auf die Gefahren für den Fortbestand des Zugvogels sensibilisieren. Bei Pu Yuan verbinden sich westliche und fernöstliche Einflüsse in der Malerei. So entstammen Farben, Materialien, Motive und die Verbindung von Schriftkunst, der Kalligraphie, mit der Malerei aus der chinesischen Tradition, während ihre Bildformate und Rahmen und auch der gelegentliche Einsatz von Acrylfarben der westlichen Tradition entsprechen. Die Erlöse aus ihren Bildern kommen auch dem Kranichschutz Deutschland zugute.

An der Ausstellung sind die Naturschützer des NABU-Kranichzentrums Groß Mohrdorf beteiligt, die über den Kranichschutz in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland informieren. Das NABU-Kranichzentrum in Groß Mohrdorf liegt 14 km nordwestlich von Stralsund in der Region des Nationalparks „Vorpommersche Boddenlandschaft“. Dort werden zahlreiche Schutz- und Forschungsprojekte auf nationaler und internationaler Ebene durchgeführt sowie aktive Umweltbildung betrieben. Zu dem Zentrum gehört auch das seit 2004 bestehende KRANORAMA am nahegelegenen Günzer See, das 2015 zu einer modernen und barrierefreien Beobachtungsstation für Kraniche umgebaut worden ist. Die Plattform bietet auf zwei Ebenen genügend Platz für eine ungestörte und naturnahe Beobachtung. Die flachen Küstengewässer der „Vorpommersche Boddenlandschaft“ wirken wie ein Magnet auf die Zugvögel. Hier finden sie geeignete Schlafplätze und vielfältige Nahrungsräume vor.

Im März beeindruckt vor allem das Tanzen der Kraniche. Im September und Oktober fasziniert das trompetenartige laute Rufen der großen Kranichtrupps. Darüber hinaus lassen sich viele andere Zugvögel und regionale Vogelarten beobachten. Ein idealer Ort für Pu Yuan, die Protagonisten ihrer Malerei aus nächster Nähe in allen Details zu studieren und darzustellen. Langjährige Schutzbemühungen haben dazu beigetragen, dass es mit dem Kranich seit einigen Jahren wieder bergauf geht. Rund 8.000 Brutpaare leben heute in den verbliebenen Bruchwäldern, Feldsöllen und Auen Nord- und Mitteldeutschlands. Rund 400.000 Kraniche wählen alljährlich eine südwestliche Zugroute, auf der sie Deutschland in schmaler Front überqueren, um die kalte Jahreszeit in Frankreich, in der spanischen Extremadura, dem portugiesischen Alentejo oder im Nordwesten Afrikas zu verbringen. Doch das künftige Schicksal der weitaus größeren Kranichpopulationen in Skandinavien, Polen und den baltischen Staaten wird ganz unmittelbar davon abhängen, ob ihre Rastplätze zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten als überlebensnotwendige Orte erhalten bleiben.

In der Ausstellung ist auch ein Kranich-Präparat der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock zu sehen. Im Rostocker Zoo leben aktuell vier Grauhals-Kronenkraniche, zwei davon auf der historischen Huftieranlage und ein Paar am Altweltaffen-Haus bei den Husarenaffen. Dazu kommen noch ein Paar Mandschurenkraniche und ein Paar Weißnackenkraniche im Vogelrevier neben der Stelzvogelwiese.

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