Welt-Orang-Utan-Tag im Tierpark Hellabrunn informiert 2016 am 19. August über die asiatische Affenart

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Orang-Utan im Tierpark Hellabrunn
Bildquelle: Tierpark Hellabrunn/Michael Thomas

Am 19. August 2016 informieren Hellabrunner Zoo-Guides über Lebensweise, Verhalten und Gefährdung der faszinierenden Menschenaffen und stellen ein spannendes Auswilderungsprojekt für Orang-Utans auf Sumatra vor.

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Orang-Utans leben in den Tiefland-Regenwäldern der Inseln Borneo (Malaysia/Indonesien) und Sumatra (Indonesien) in Südostasien. Die nach ihrem Verbreitungsgebiet benannten Arten – Sumatra- und Borneo-Orang-Utans – unterscheiden sich nur wenig in Größe und Gestalt. Kennzeichnend für beide Arten ist das lange, rötliche Fell. Auf Sumatra leben nur noch rund 6.000 Tiere, auf Borneo etwa 50.000. In Hellabrunn können Besucher Sumatra-Orang-Utans beobachten. Beide Arten sind in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht. Die Hauptgefahren sind dabei die Lebensraumzerstörung durch Waldrodung, vor allem für Palmölplantagen und die Papierindustrie, sowie die Wilderei und der illegale Wildtierhandel. Allein in den vergangenen 20 Jahren wurde 70 Prozent der bestehenden Waldfläche auf Sumatra abgeholzt.

Hellabrunn engagiert sich seit vielen Jahren für ein Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, die auf Sumatra, im Nationalpark Bukit Tigapuluh, eine Auswilderungsstation betreibt. Die Station liegt im Zentrum Sumatras, wo seit mehr als 150 Jahren keine Orang-Utans mehr leben. Ziel des Projekts ist es, in Bukit Tigapuluh durch Auswilderungen eine sogenannte Rettungsboot-Population für Sumatra-Orang-Utans aufzubauen. Beschlagnahmte und verwaiste Tiere werden monatelang auf die Auswilderung vorbereitet. In zwei Feldstationen werden die Tiere in der „Dschungelschule“ trainiert, tiermedizinisch betreut und auf ihre Auswilderung vorbereitet. Mit großem Erfolg: Bis heute konnten bereits mehr als 165 Orang-Utans ausgewildert werden. Erste Freilandgeburten lassen auf eine gute Etablierung der neuen Orang-Utan-Population hoffen. Erst im Herbst 2015 hat die junge Population wieder Zuwachs bekommen. Das vor neun Jahren ausgewilderte fünfzehnjährige Orang-Utan-Weibchen Rimbani wurde mit einem gesunden männlichen Jungtier beobachtet.

In dem 1995 gegründeten Nationalpark sind alle Großsäugerarten Sumatras vertreten: Sumatra-Elefanten, Sumatra-Tiger, Schabrackentapire und dank der Auswilderungsstation auch wieder die Sumatra-Orang-Utans. Für den langfristigen Erfolg des Projekts ist zudem die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung von größter Bedeutung. So besuchen zum Beispiel mobile Umweltbildungsteam die Schulen der Umgebung und informieren spielerisch über Wildtiere und deren Anforderungen und die Bedeutung des Regenwaldes

Um dieses Projekt in Bayern bekannter zu machen und für den Schutz der hochbedrohten Menschenaffen zu werben, steht am Freitag, den 19. August zwischen 10 und 17 Uhr im Bereich der “Welt der Affen“ in Hellabrunn alles im Zeichen des Welt-Orang-Utan-Tags. Interessierte Besucher können dort Wissenswertes rund um die asiatische Affenart erfahren: Zwei Zoo-Guides geben Auskunft über Orang-Utans, ihren Lebensraum und darüber, wie sich auch unser Konsumverhalten auf das Leben dieser bedrohten Menschenaffen auswirkt.

Um 12 und 15:45 Uhr stehen außerdem Tierpfleger Rede und Antwort und geben einen Einblick in die Hellabrunner Orang-Utan-Gruppe. Im Artenschutzzentrum des Tierparks wird in der Zeit von 10 bis 17 Uhr zudem ein Kurzfilmprogramm zum Schutzprojekt in Bukit Tigapuluh gezeigt.

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