Junger Klammeraffe „Smiley-Hope“ im Zoo Osnabrück nach Handaufzucht in Gruppe integriert

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Smiley Hope Zoo Osnabrück
Bildquelle: Zoo Osnabrück (Hanna Rickert)

Nachdem die Osnabrücker Tierpflegerin Heike Läkamp das Klammeraffen-Weibchen „Smiley-Hope“ ein Jahr lang per Hand aufgezogen hatte, hieß es nun für beide Abschied nehmen: „Smiley-Hope“ ist mittlerweile vollständig in die Klammeraffen-Gruppe integriert.

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Kritische Blicke, erste Annäherungen beim Fressen und dann gemeinsames Spielen: Die Integration der Klammeraffen-Handaufzucht „Smiley-Hope“ in die Gruppe ihrer Artgenossen ist den Tierpflegern des Zoo Osnabrück gelungen. „Wir sind überglücklich, dass die Gruppe ‚Smiley-Hope‘ gut aufgenommen hat“, freut sich Tierpflegerin Heike Läkamp, die für „Smiley-Hope“ seit ihrer Geburt im Mai 2017 die Rolle der Ersatzmutter übernommen hatte. „Eigentlich versuchen wir, Handaufzuchten zu vermeiden – schließlich sind diese nicht so einfach und niedlich, wie es vielleicht aussieht“, erklärt Zoodirektor Michael Böer. „Die wichtigen Nährstoffe aus der Muttermilch fehlen dann und die Jungtiere können nicht so mit ihren Artgenossen interagieren, wie wenn sie unter ihnen aufwachsen. Handaufzuchten kommen zum Glück auch nicht mehr so häufig vor. Bei „Smiley-Hope“ handelt es sich aber um einen Sonderfall, da die Mutter krank war und sich nicht um ihr Jungtier kümmern konnte“, so Böer weiter. Die Entscheidung für die Handaufzucht fiel, weil der Bestand der Braunkopfklammeraffen in der Wildbahn so stark geschrumpft ist, dass die Weltnaturschutzorganisation IUCN sie als ‚vom Aussterben bedroht‘ einstuft.

Schritt für Schritt in die neue Familie

Ein Jahr lang kümmerte sich Läkamp rund um die Uhr um den jungen Braunkopfklammeraffen. In diesem Frühjahr startete sie schrittweise mit der Integration des Klammeraffen in die Gruppe: „Anfangs saß ich noch mit ihr in einem separaten Teil der Anlage, dann in der Anlage und in den letzten Wochen konnte ich ‚Smiley-Hope‘ ein paar Stunden alleine bei ihren Artgenossen lassen. Ich habe sie nach und nach an die einzelnen Gruppenmitglieder gewöhnt. Die meisten anderen Klammeraffen waren an ihr interessiert, haben sie jedoch zunächst einmal ignoriert, um ihr zu zeigen, dass sie ihr nichts tun. Dann haben sie aber schnell mit ihr interagiert: Sie haben gemeinsam gefressen und gespielt“, berichtet Läkamp. Klammeraffen seien besonders verspielte Affen. „’Neville‘, der Vater von ‚Smiley-Hope‘, zeigt sehr viel Interesse an ihr und passt regelrecht auf sie auf: Wenn die anderen sie für seinen Geschmack zu sehr ärgern, geht er dazwischen“, schmunzelt Läkamp. Später konnte die Ziehmutter den kleinen Affen den ganzen Tag und anschließend auch nachts bei seinen Artgenossen lassen. „Zwar rief sie immer mal wieder nach mir, aber wenn die anderen Klammeraffen in ihrer Nähe sind, bin ich schnell vergessen“, berichtet die Tierpflegerin. Der Prozess dauerte insgesamt mehrere Monate: Drei Monate konnte sich „Smiley-Hope“ erst einmal nach und nach an ihr neues Zuhause gewöhnen, bis sie mit ihren Artgenossen zusammengelassen wurde. Vom ersten Kontakt bis zur Integration in die Gruppe vergingen zwei Wochen.

Bald ging es für „Smiley-Hope“ dann auch das erste Mal auf die Außenanlage. „Dass sie über den dicken Holzbalken nach draußen sollte, war ‚Smiley-Hope‘ so gar nicht geheuer“, lacht Läkamp, die bereits Erfahrung in der Handaufzucht von Affen hat. Nachdem die Tierpfleger zusätzliche Bretter und ein Seil an dem Balken angebracht hatten, bekam „Smiley-Hope“ auch noch Unterstützung von ihren Artgenossen: „Die anderen haben sie gerufen und auf sie gewartet, gerufen und gewartet – bis sie sich endlich getraut hat. Und dann hat sie relativ schnell alle drei Inseln auf der Anlage besucht und unter die Lupe genommen“.

„Smiley-Hope“ muss „die Schulbank drücken“

„Die Integration ist wirklich toll und vor allem schnell gelaufen“, erklärt Zoodirektor Böer. „Allerdings ist ‚Smiley-Hope‘ mit ihrem Lernstand ein wenig hinter anderen gleichaltrigen Klammeraffen – sie muss noch mehr die ‚Affensprache‘ lernen: Klammeraffen haben eine ganz andere Mimik und Gestik als Menschen. Aber das ist nicht weiter schlimm und ich denke, dass sie auf einem guten Weg ist“, so der Veterinär. Sie sei ein wenig schüchtern und manchmal sehr vorsichtig, aber trotzdem aufgeweckt und frech genug, um sich gegen die Artgenossen zu behaupten. „Wer ‚Smiley-Hope‘ einen Besuch abstatten will: Man kann sie daran erkennen, dass sie ein helleres Gesicht hat als die anderen Klammeraffen und sie ist das zweitkleinste Tier in der Gruppe“, berichtet Läkamp.

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