Skurriles Hobby „Live-Erschrecker“: 5 Fragen an Boo-Crew-Mitglied Sina Klöhn

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Heide Park Boo Crew Halloween Heide Park
Bildquelle: Heide Park

Live-Erschrecker sind eines der Kernelemente von Halloween-Events und Horror-Attraktionen. Wie ein Einsatz als Profi-Erschrecker aussieht und welche Fähigkeiten wichtig sind, erklärt Make-Up Artist Sina Klöhn von der Boo-Crew, die mit 120 Darstellern das Halloween-Event im Heide Park bespielt.

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Arztkittel, Axt und Kunstblut – diese Gegenstände gehören zur Grundausrüstung eines skurrilen Hobbys: dem Erschrecker. Im Heide Park treiben die Vereinsmitglieder der Hamburger Boo-Crew an Halloween ihr Unwesen. Sina Klöhn, Leitung des Teams Make-Up und Maske von Deutschlands größter unabhängiger Erschreckergruppe erklärt, wie ein Einsatz als Profi-Erschrecker aussieht und welche Fähigkeiten für dieses Hobby wichtig sind.

  1. Wie lange dauert die Verwandlung zum Profi-Erschrecker?
    Die komplette Verwandlung zum Erschrecker dauert je nach Rolle 45 bis 60 Minuten. Teilweise müssen Kostüme angepasst oder gewechselt und Kontaktlinsen eingesetzt werden. Zehn Minuten braucht es für geschminkte Effekte wie zum Beispiel offene Wunden oder gebrochene Nasen. Ein vollständiges Zombie-Make-Up benötigt einen Aufwand von rund 30 Minuten.
  2. Wie sieht ein Einsatz als Profi-Erschrecker aus?
    Die Dauer und die Intensität eines Einsatzes als Erschrecker können unterschiedlich ausfallen. Einige Charaktere lauern im Dunklen und warten auf den richtigen Moment, eine Gruppe plötzlich zu erschrecken. Andere Figuren zeigen mehr Präsenz, kommunizieren mit den Gästen und führen sie von Raum zu Raum. Am Tag sorgt unser Team bei rund 2.000 Gästen pro Attraktion für schaurig-schöne Schreckmomente. Der Einsatz eines Erschreckers dauert rund fünf Stunden zuzüglich Pausen.
  3. Jeder Gast hat eine andere Angstschwelle. Woher weiß ein professioneller Erschrecker, wie weit er gehen darf?
    Wir wollen, dass die Gäste ihren Spaß haben. Mit einer offensichtlich ängstlichen Person haben wir als Erschrecker leichtes Spiel. Äußert ein Gast deutlich den Wunsch, den Durchgang abbrechen zu wollen, treten wir aus unserer Rolle, begegnen dem Gast freundlich, wirken beruhigend auf ihn ein und begleiten ihn durch den Backstagebereich aus der Attraktion hinaus. Dieses Vorgehen schulen wir vor Beginn der Halloween-Saison bei allen Mitgliedern unseres Vereins.
  4. Was ist das Besondere an diesem Hobby?
    Das Hobby gibt mir die Möglichkeit, mich so zu geben, wie ich im Alltag nicht sein kann. Je nach Rolle können wir uns als Erschrecker bewusst daneben benehmen oder komplett aus uns herauskommen. Einfach jemand anderes sein zu können, ist ein seltsames aber auch gutes Gefühl. Wenn die Gäste lachend aus den Attraktionen kommen und sichtlich ihren Spaß hatten, ist das für mich persönlich die schönste Belohnung.
  5. Wer kann dieses Hobby betreiben und welche Voraussetzungen und Fähigkeiten sollte er mitbringen?
    Interessenten sollten mindestens 18 Jahre alt ist und gerne in andere Rollen schlüpft. Besonders geeignet sind Personen, die bereits schauspielerische Erfahrung mitbringen und keine Hemmungen haben, aus sich herauszugehen. Aber auch für zurückhaltende Personen finden sich Rollen in unseren Horror-Attraktionen. Meiner Erfahrung nach lernen unsere Teammitglieder mit der Zeit, sich immer mehr zuzutrauen und aktivere Rollen auszuprobieren. Um die Fähigkeiten unserer Mitglieder zu verbessern und neue Rollen zu üben, führen wir mehrmals im Jahr Coaching-Workshops durch.

An Halloween erleben Gäste die Live-Erschrecker der Boo-Crew in insgesamt vier Horror-Attraktionen im Heide Park. Für Schockerprobte ab 16 Jahren öffnet 2017 erstmals die neue Horror-Attraktion „Grand Hotel Morton“ ihre Tore. Die Boo-Crew stellt in den düsteren Zimmern des geheimnisvollen Horror-Hotels die Nerven der Gäste auf die Probe. Im „Asylum“, „Sektor 23“ und „Turm der Dunkelheit“ treiben schreckliche Gestalten ihr Unwesen und lehren Horrorfans ab 14 beziehungsweise 16 Jahren das Fürchten.

Zwei der Horror-Attraktionen zu Halloween 2017 im Heide Park sind erstmals kostenpflichtig (wir berichteten).

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