Zoo Osnabrück eröffnet vergrößtere Außenanlage für südamerikanische Vierer-WG

Zoo Osnabrück - Südamerika Außenanlage Umbau
Bildquelle: Zoo Osnabrück, Lisa Josef

Vier Flachlandtapire, vier Guanakos, drei Nandus und zehn Wasserschweine – das sind die Bewohner der Vierer-WG im Südamerika-Areal im Zoo Osnabrück. Für 35.000 Euro baute der Zoo den Außenbereich für die vier Tierarten in den vergangenen Monaten um.

„Die alte Außenanlage mit drei separaten Gehegen zeichnete sich vor allem durch den 80er Jahre Stil aus: graue Betonwände, sterile Zäune und ein Besucherweg im ‚Autobahn-Stil‘ entlang der Gehegeabtrennungen. Die Tierarten wurden hauptsächlich getrennt voneinander gehalten“, berichtete Zoodirektor Prof. Michael Böer bei der Vorstellung des umgebauten Bereichs. Dank einer großen Spende der Wilhelm-Karmann-Stiftung, die bereits den Bau des Südamerikahauses Ende der 70er Jahre förderte, konnten die Zoohandwerker das Areal nun sehr naturnah gestalten: „Die alten Maschendrahtzäune haben wir durch Kastanienhölzer ersetzt, der Boden ist mit Sand, Kies, Gras oder Geröll abwechslungsreich gestaltet und die Besucherwegeführung wurde aufgelockert und bietet mit vier Terrassenplätzen neue Aussichtspunkte“, so Böer.

Die Stallungen strahlen nun in einem freundlichen gelb und mit ihren terrakottafarbenen Dachziegeln erinnern sie an südamerikanische Haziendas. Über ein Jahr haben die Zoohandwerker an der neuen Außenanlage gearbeitet. „Sie haben wirklich einen tolle Job gemacht und insbesondere die abwechslungsreiche Landschaftsgestaltung eigenständig konzipiert und umgesetzt“, lobte Böer.

Zoo Osnabrück - Neue Südamerika-Außenanlage 2016

Tapire, Wasserschweine, Guanakos und Nandus haben auf der umgebauten Südamerika-Außenanlage mehr Platz, ein zweites Schwimmbecken und viel Grün (v.l.n.r.: Zoovizepräsident Hans Cromme, Zoodirektor Prof. Michael Böer, Wilhelm Dietrich Karmann (Vorsitzender Wilhelm-Karmann-Stiftung) und Joachim Dallwig (Wilhelm-Karmann-Stiftung), im Hintergrund Tierpflegerin Sabine Springmeier). (Foto: Zoo Osnabrück, Lisa Josef)

55.000 Euro für Umbauten im Innen- und Außenbereich

Wilhelm Dietrich Karmann, Vorsitzender der Wilhelm-Karmann-Stiftung, zeigte sich von dem Resultat begeistert: „Die Karmann-Stiftung hat für den Umbau von Innen- und Außenanlagen im Südamerikahaus 55.000 Euro zur Verfügung gestellt. Uns ist es wichtig, dass sich der Zoo weiterentwickeln kann – für die Region, seine Besucher und natürlich für die Tiere. Deswegen ist es toll, dass das Geld so gut eingesetzt wurde und ein neues Highlight für Tiere und Menschen entstanden ist.“ 20.000 Euro hatte der Zoo bereits für Renovierungsarbeiten und Gehegeverbesserungen im Südamerikahaus eingesetzt. Mit den übrigen 35.000 Euro erneuerte der Zoo seit gut einem Jahr den Außenbereich. Zoogeschäftsführer Andreas Busemann und Hans Cromme, Vizepräsident der Zoogesellschaft Osnabrück e.V., bedankten sich bei der Stiftung: „Als einer der wenigen deutschen Zoos, die sich so gut wie selbst finanzieren und fast ohne kommunale Zuschüsse auskommen müssen, sind wir auf derartige Unterstützung angewiesen, um den Zoo weiter aufrecht erhalten zu können. Als gemeinnützige Einrichtung geht es uns dabei nicht um Gewinne, sondern darum, den Zoo für die Tiere und für die Menschen weiterzuentwickeln und zu verbessern“, so Busemann.

Tiere lernen neue Mitbewohner kennen

Zurzeit gewöhnen sich die verschiedenen Tierarten noch an ihr umgebautes Zuhause, denn mit der Vergrößerung der Anlagen kommen auch neue Mitbewohner: Die 1.050 Quadratmeter große Außenanlage der Guanakos wurde nämlich mit der 550 Quadratmeter großen Außenanlage der Tapire und Wasserschweine verbunden – so haben alle mehr Platz. „Die Wasserschweine und Tapire verstehen sich eh gut miteinander, weil sie zeitweise schon zusammen wohnen. Gerade Tapirmännchen Mauri liebt es im vollen Galopp über die ehemalige Anlage der Guanakos zu rasen. Die Wasserschweine bevorzugen da lieber das neue Badebecken in diesem Bereich“, schmunzelt Tierpflegerin Sabine Springemeier. Allerdings sei Guanako-Stute Hella noch recht nervös, wenn sie auf die Tapire treffe. Deswegen kämen Nandus und Guanakos derzeit vormittags auf die große Anlage, Tapire und Wasserschweine erobern sie dann am Nachmittag, während die Guanakos und Nandus in dem benachbarten Waldgehege sind. „Im nächsten Schritt ermöglichen wir den Guanakos näheren Kontakt zu den Wasserschweinen und Tapiren: Dafür bringen wir vorübergehend niedrige Abtrennung zwischen den Gehegen an, sodass die Guanakos ihre zukünftigen Mitbewohner mehr sehen oder auch mal besuchen können. So sollten sie sich gut aneinander gewöhnen können“, berichtet Springmeier. Die Vergesellschaftung von verschiedenen Tierarten sorgt bei den Zootieren für Interaktion und Abwechslung, sodass Langeweile und eventuelle Verhaltensauffälligkeiten gar nicht erst entstehen. Allerdings müsse man bei der Zusammenführung behutsam vorgehen und auf die Reaktionen der jeweiligen Tierindividuen achten, so Zoodirektor Böer. Bis zum Herbst soll diese Phase jedoch abgeschlossen sein. Bis dahin können die Besucher die Tiere von Aussichtsplattformen, die dank geschickter Bepflanzung scheinbar Teil des Geheges sind, beobachten.

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